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Kommentar Araber in Maryland

26.11.2007 ·  Angesichts der vorangegangenen Friedensinitiativen ist es verständlich, dass nicht viele an den Erfolg der Nahost-Konferenz von Annapolis glauben wollen. Immerhin ist es Washington gelungen, den größten Teil der arabischen Welt und selbst Syrien zum Kommen zu bewegen.

Von Wolfgang Günter Lerch
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Es hat nicht an Stimmen gefehlt, die der an diesem Dienstag zusammenkommenden Nahost-Konferenz von Annapolis vorab jede Erfolgsaussicht absprechen wollten. Angesichts des Schicksals vorangegangener Treffen und Nahost-Friedensinitiativen ist das verständlich; sogar die amerikanischen Veranstalter dämpften die Erwartungen.

Zu einer Regelung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern wird es bei dem Treffen natürlich nicht kommen; es wäre aber schon ein Erfolg, wenn weitere diplomatische Initiativen zur Intensivierung des neu angestoßenen Friedensprozesses verabredet würden.

Über ein Grundlagenpapier sind sich Jerusalem und Ramallah nicht einig geworden, doch haben sie ihre Entschlossenheit bekräftigt, die drei wichtigsten Themen des Endstatus, in dem der Prozess gipfeln soll, anzupacken. Das ist eine im Detail schwer zu bewältigende Aufgabe. Bisweilen wird eingewandt, der israelische Ministerpräsident Olmert und der Präsident der Palästinenser, Abbas, seien momentan zu schwach, um das leisten zu können – zumal gegen den Widerstand im jeweils eigenen Lager.

Selbst Syrien ist dabei

Indessen hat unter den Palästinensern die Anziehungskraft der Hamas, die in Gaza allein regiert und dort ein Chaos erzeugt hat, merklich nachgelassen; und in Israel wird – sind die Aussichten eines Tages nur tragfähig genug – die Friedenssehnsucht überwiegen.

Positiv ist zu werten, dass es Washington gelang, den Rahmen so groß zu stecken: Unter den fast vierzig Teilnehmern ist auch, angeführt von Saudi-Arabien, der größte Teil der arabischen Welt. Selbst Syrien ist dabei, wenn auch im Range niedriger. Die Araber wollen sich in Maryland nicht mit zeremoniellen Gesten abspeisen lassen; das spricht dafür, dass Annapolis doch eine ernsthafte Bemühung werden könnte.

Die Mehrzahl der nahöstlichen Konflikte ist auf eine vertrackte Weise miteinander verwoben, so ist es nur gut, dass die Arabische Liga teilnimmt. König Abdullah II. von Jordanien hat unlängst in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervorgehoben, die „Kantonalisierung“ des Westjordanlandes sei so weit gediehen, dass die Zeit für eine Regelung dränge. (Siehe auch: Im Gespräch: König Abdullah II)

Wenn es Präsident Bush gelänge, das Treffen von Annapolis nicht ins Unverbindliche abgleiten zu lassen, hätte er der Region einen wichtigen Impuls gegeben. Dass Teheran, wie die Hamas, die Konferenz ablehnt, damit muss man leben.

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Jahrgang 1946, Redakteur in der Politik.

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