20.06.2012 · Die drei griechischen Koalitionsparteien firmieren unter dem Etikett „proeuropäisch“. Jetzt wird man sehen, ob es auch ernst gemeint ist. Und jetzt ist die Zeit, in der Politiker beweisen können, ob sie das Zeug zum Staatsmann haben.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerRichtlinien für Lesermeinungen
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Bundestagswahl und Griechenland
Ist vorstellbar, daß die Bundesregierung die Gefahr einer riesigen
Kapitalvernichtung durch Konkurs der Griechen und anderer
Südländer vor den Bundestagswahlen riskieren wird? Ein klares
Nein!
Ist es vorstellbar, daß die griechische und andere Regierungen
genau diese Lage als Druckmittel einsetzen, um wieder und wieder Bares
zu erzwingen und Veränderungen abzulehnen? Natürlich!
Ist es weiter vorstellbar, daß Hollande, jetzt mit Zeit und Macht,
genau damit die deutsche Politik gefügig machen wird. Ganz klar!
Ergebnis: Die Eurobonds kommen und alles weitere, um den Deutschen die
bittere Wahrheit zu ersparen. Die kommt dann am Ende.
Die Frösche sollen den Sumpf trockenlegen!
Die Politiker die es in mehreren Jahrzehnten nicht geschafft haben in
Griechenland eine einigermassen "mitteleuropäische"
Politik- und Steuerkultur durch zu setzen, solen jetzt den "Karren
wieder aus dem Dreck ziehen?"
.
Aussichtslos!
.
Ohne eine massive gesellschaftliche Umwältzung in Gr. wird sich
dort nicht ändern.
Jetzt wo alle Risikenund das noch vorhandene Volksvermögen
schön sauber in der EU verteilt sind, geht das lustig weiter.
.
Alternativlos, wie unsere Kanzlerin so schön zu bemerken pflegt!
.
Kopfschüttelnde Gruesse
Sikasuu
.
Die Inlandsaufträge der griechischen Industrie liegen nur noch bei
55% des Jahres 2000.
Die Auslandsaufträge sind vom bisherigen Hoch im März 2007 bis
April 2012 um gut 30% eingebrochen, allein vom März bis April 2012
sind die Auslandsaufträge um knapp 15% eingebrochen, die
Innlandsaufträge saisonbereinigt um gut 5%.
Ein Spezialist der EU hat daraus einen Wirtschaftseinbruch von 2,60% errechnet...
So frech und respektlos haben noch nicht einmal die
DDR-Betonschädel ihr Volk belogen, das ist der Gipfel der Dreistigkeit.
Und nur weil niemand von den EU-Steuerzahlern die dafür bluten
sollen erfahren darf, dass die Anpassungsmaßnahmen die die
griechische Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen sollten das genaue
Gegenteil erreicht haben.
Wahrscheinlich existiert Griechenland momentan auf Basis einer
Schattenwirtschaft, die Güter gegen Güter tauscht.
Wie kann man sich so einer simplen Wahrheit nur so nachhaltig
verschließen? Griechenland hat im Euro so nicht den Hauch einer Chance!
Europa ist für GR- nur Zahlmeister
denn diese 3 hätten vorher schon beweisen können, dass man
nicht betrügt, erpresst usw.
Sie wollen nur mehr Geld, damit die Griechen es leichter haben; leichter
als Bulgaren oder Rumänen.
Mit dem Geld - für Zahler verloren - wird nur das Sozialprodukt (
BZahlungsbilanz negativ) erhöht.
Nachverhandeln gilt für beide Seiten !
Der neue griechische Finanzminister fliegt als erste Amtshandlung nach Luxemburg,
um die Auflagen zu lockern bzw. neu zu diskutieren. Was ist unsere Gegenforderung
oder deren Angebot ? Wie wäre es mit der Abschaffung des
völlig überdimensionten
griechischen Militärs ? Das könnten die restlichen
NATO-Mitglieder locker mit abdecken
und zum anderen verhindern, dass völlig durchgeknallte politische
Extremisten vielleicht
ihr Heil in einer erneuten Militärdiktatur suchen !
Es ist schon sonderbar, dass die neue Regierung als erstes auf
"Betteltour" geht und
sich nicht demonstrativ ihren Hausaufgaben widmet.
Mit diesem Anfang wird es nichts werden ....
... weil die Konservativen nur gelernt haben, fremdes Geld zu verteilen. Jetzt müssen sie dafür sorgen, dass Geld reinkommt, dass weniger ausgegeben wird, vor allem, dass ihre Freunde mal richtig Steuern zahlen. Deutlich wird: Die Reichen Griechenlands, die ihr Volk ständig ausgenommen haben, mussten die Tagelöhner und Habenichts bei Laune halten, die ja sahen, in welche Taschen das Geld floss. Dreizehntes und vierzehntes Gehalt, überhöhte Renten, Subventionen für zigmillionen Olivenbäume sind die Schweigeprämien für die Betrogenen, damit die nicht revoltierten. Jetzt sollen sie erneut betrogen werden? Die Millionäre sind weg. Vor allem ihr Geld. Die sozial Schwachen sollen jetzt die Zeche zahlen und die Gauner schlagen sich vor Lachen die Schenkel. In Deutschland läuft es ähnlich. Bei uns haben bisher die Arbeitnehmer durch höhere Produktivität das Ungleichgewicht kompensiert und zu niedrige Löhne werden vom Staat subventioniert. Wie lange noch?
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.06.2012 15:49 UhrLöhne vom Betrieb
Wir leben nicht mehr in der DDR, wo der Staat die Löhne verteilte. Wir haben Tarife und Lohnverhandlungen. Also bekommen zwar Arfbeitslose Sozialleistungen (sogenannte Hartz IV), aber Löhne und Gehälter von den Unternehmen. Natürlich zahlt auch der Staat für öffentlich Bedienstete, aber das sind keine Subventionen, sondern hoffentlich Bezahlung für Leistungen.
Herr Ullrich
wie waere es mit einer Ideenanleihe von Herrn Chaves?
Ein sehr guter Kommentar.
Der Start der neuen Regierung ist tatsächlich schon gründlich
daneben geraten. War aber wirklich von Samaras und Konsorten etwas
anderes zu erwarten?
Die Griechen vermitteln doch immer wieder denselben Eindruck, dass sie
einfach nicht begreifen wollen oder können, worauf es wirklich
ankäme. Da wird als wichtigste Aufgabe der neuen Regierung die
Bildung eines "nationalen Verhandlungsteams" (Gegner: die
EU)verkündet und sogar die eigene Regierung für daneben quasi
bedeutungslos erklärt.
Wie und wann soll denn dort endlich mal ein echter Neuanfang
stattfinden? Nicht ein Wort der neuen Regierung über eine neue
politische Zielsetzung! Ich glaube, die anderen Europäer
müssen endlich erkennen, dass dieses Volk offensichtlich keinen
Neuanfang w i l l . Sie sind es bis in ihre Gene gewöhnt, sich
irgendwie, zur Not auch mit Lug und Betrug durchzuwursteln.
Und diese Mentalität hat in einem Europa, wie ich es verstehe,
nichts zu suchen. Deshalb: Tschüss Griechen!
Mit der Parteipolitik der Vergangenheit ist Griechenland ruiniert worden. Es bräuchte die Einsicht, dass es diese Politik falsch war und einen überzeugenden Neuanfang. Die Parteien bleiben die selben. Das Personal überwiegend auch. Gewachsen ist die Opposition Syriza mit Tsipras an der Spitze. Ich verstehe ihn so, dass er weniger die notwendigen Veränderungen will und mehr vom früheren Fehlverhalten. Dass Parteipolitiker in der Regel zufrieden sind, wenn ihre persönliche, kurzfristige Machtperspektive stimmt, weiß ich. Neue Hoffnung für Griechenland gewinne ich daraus nicht.
"Proeuropäisch" muß in Anführungszeichen bleiiben,
da es alles und nichts besagt. Da gibt es die Seite, die mittlerweile
schon selbst glaubt, sie handle im Sinne Europas und sich dabei nicht
nur etwas in die Tasche lügt, sondern auch ihre wertschaffenden
Bürger hinters Licht führt. Und die andere Seite versteht
unter "proeuropäisch" eine Restauration und
Wiedereinsetzung in den alten Stand der totalen Alimentierung.
Und ALLE wissen, das jeder jeden belügt und die hehren Ziele, von
denen geschwafelt wird, auch bei allerbestem Willen der Schuldner unter
keinen denkbaren Umständen auch nur andeutungsweise zu erreichen sind.
Mindestens ein Jahr dachte man, es gehe darum, daß alle Investoren
ihre Engagements in GR mit geringstmöglichem Schaden
zurückziehen können, aber nun hat man den fatalen Eindruck,
daß die "Euro-Gruppe" nur einzig für sich selbst
noch Zeit schinden will, um den Tag ihrer Rechtfertigung bis zu einem
attentistisch herbeigesehnte Ereignis (was immer das sein könnte),
das ihr unglaubliches Verschulden verdecken möge.
Seit Jahren empfängt GR Gelder zur Finanzierung seines
Lebenswandels auf Pump von €-Gremien. Die unfähigen Geldgeber
störte das nicht, war es ja nicht das eigene, sondern Geld von
geduldigen Euro-Bürgern.
Bei den ersten Milliarden wußten die Euro-Granden nicht einmal,
wohin das Geld für GR versickert ist, später gewöhnten
sie sich daran, dass regelmäßig vor Zahlungsterminen GR vor
der Pleite stand. Dann erfolgte zur vermeintlichen Eurorettung in
höchster Eile neuerlicher Frischgeldversand nach GR.
Den unfähigen Euro-Granden ist es nicht gelungen, die vereinbarten
Auflagen durchzusetzen. Ein Volk, das nicht weiß, wie hart D
erfolgreich gearbeitet hat, bis es seine AAA-Bonitätsnote erhielt,
kann mit Auflagen nämlich nichts anfangen.
Die lieben Griechen wollen als Menschen geschätzt werden, nicht als
Auflagenmarionetten. Barsche Anweisungen treffen sie zutiefst.
Demnächst steht die schreckliche Troika wieder ins Haus. Die
spricht nur Tacheles. Das verstehen die Griechen nicht.
Wenn wir Deutschen immer vehementer von den Hellenen fordern, sie
sollten gefälligst ihr Schlaraffenland räumen, wir hätten
keine Lust mehr, es ihnen zu finanzieren, so vergessen wir, fürchte
ich, allzu gerne, daß das Modell Schlaraffenland den
Made-in-Germany-Stempel trägt. Nicht erst seit der
Wiedervereinigung ist es bei uns brüderlicher Brauch, daß man
den wirtschaftlich darbenden Bundesländern mit enormen Transfers
ihre Erfolglosigkeit honoriert. Mit wenigen Ausnahmen hat diese Form der
Solidarität zur Perpetuierung der Misere geführt und
verhindert, daß die Kostgänger auf die eigenen Beine kamen.
Von den pleitebedrohten Schlaraffenländern des auf ewig
unverbrüchlichen Euroverbundes ein anderes Verhalten als das im
eigenen Hause übliche zu erwarten, ist pure
Realitätsverweigerung und als solche schon wieder komisch.
Pro-europäisch war bisher keine griechische Partei und diese Parteien werden auch weiter darauf bedacht sein, möglichst viel aus Europa herauszuquetschen.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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