13.04.2005 · Man könnte fast an ein Zusammenspiel von Wirtschaftsverbänden und Bundesregierung glauben. Die Vorlage, mit welcher der Arbeitgeber-Präsident Hundt auf die familienpolitischen Aussagen des Bundeskanzlers neugierig gemacht hat, ...
Man könnte fast an ein Zusammenspiel von Wirtschaftsverbänden und Bundesregierung glauben. Die Vorlage, mit welcher der Arbeitgeber-Präsident Hundt auf die familienpolitischen Aussagen des Bundeskanzlers neugierig gemacht hat, war eine steile These: Die Familienförderung habe „weder zu mehr Geburten noch zu einer vernünftigen Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt geführt“.
„Mehr Geburten“ - als was? Woher weiß Hundt, daß es ohne Familienförderung nicht noch weniger Kinder gäbe? Und wer in den Arbeitsmarkt - noch - wirklich integriert ist, das ist die Elterngeneration. Die Arbeitslosenstatistik kündet von Jugendlichen, Alleinstehenden sowie von Männern und Frauen in einem Alter, in dem sie eher Großeltern als Eltern sind. Verglichen mit Hundts Aussage erscheint die Grundsatzrede des Bundeskanzlers höchst konkret: „Wir dürfen nicht zulassen, daß sich eine junge Frau gegen ein Kind entscheidet, nur weil sie vor die Alternative Kind oder Karriere gestellt wird.“
Das ist zwar noch kein Fortschritt, aber immerhin ein Standpunkt. Realistisch gab sich der Kanzler auch zum Elterngeld, das Hundt schon vorab lobte: Da gibt es laut Schröder noch Klärungsbedarf. Das sagt alles.