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Kolumbien Rebellen töten zehn Geiseln

 ·  Linksgerichtete Rebellen haben in Kolumbien zehn Geiseln getötet, darunter einen Gouverneur und einen ehemaligen Verteidigungsminister. Das bestätigte Präsident Alvaro Uribe am Montag.

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Ein Einsatz der kolumbianischen Armee zur Befreiung von Geiseln hat zu einem Blutbad geführt: Vor dem Eintreffen der Soldaten ermordeten die Kämpfer der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) am Montag zehn ihrer Geiseln, darunter einen ehemaligen Verteidigungsminister und einen Gouverneur. Die Rebellen konnten fliehen.

Noch unter dem Eindruck des Fiaskos wandte sich Präsident Alvaro Uribe am späten Montagabend in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung: „In dieser schmerzhaften Stunde darf Kolumbien nicht kapitulieren. Gerade jetzt müssen wir unsere Entscheidung für den Kampf gegen den Terror bekräftigen.“ Unter den getöteten Geiseln waren Exverteidigungsminister Gilberto Echeverri und der Gouverneur des Staates Antioquia, Guillermo Gaviria, die vor mehr als einem Jahr im Nordwesten des Landes gekidnappt worden waren, als sie einen Friedensmarsch von der Landeshauptstadt Medellin in die Ortschaft Caicedo angeführt hatten.

„Schwerer Schlag“

„Für mich ist es ein schwerer Schlag, dass Echeverri während meiner Amtszeit auf diese Weise sterben musste“, sagte Uribe. Der frühere Präsident Ernesto Samper, zu dessen Kabinett Echeverri gehörte, äußerte sich tief betroffen über die Nachricht. „Es scheint, als hätten wir ein unerträgliches Maß an Gewalt erreicht“, sagte Samper. Insgesamt wurden zehn Geiseln ermordet. Gavirias Tochter Lina sagte unter Berufung auf Uribe, bei den übrigen acht Toten handele es sich um Polizisten und Soldaten. Eine Geisel konnte unverletzt fliehen, zwei weitere überlebten den Befreiungsversuch mit Verletzungen.

Ein Überlebender berichtete: „Ein Rebellenführer namens Paisa gab den Befehl, niemanden am Leben zu lassen“, sagte Antinor Hernandez von seinem Krankenhausbett aus. „Es kam nicht zu einem Gefecht zwischen Rebellen und Soldaten.“ Hernandez, ein Marinesoldat, war vor dreieinhalb Jahren von der Farc verschleppt worden. Die Farc selbst machte in einer Erklärung an mehrere Rundfunkanstalten die Regierung für den Tod der Geiseln verantwortlich.

Uribes harter Kurs

Die amerikanische Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sieht keine Mitschuld bei Uribe und seiner Armee: „Die Verantwortung für die Morde liegt bei den Guerilla-Kämpfern“, sagte Direktor Jose Miguel Vivanco. Die Farc ist die größte Rebellenorganisation des südamerikanischen Landes und kämpft seit den 60er Jahren gegen die Regierung in Bogota. Sie hat noch Dutzende Politiker in ihrer Gewalt, darunter seit Februar vergangenen Jahres die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt.

Uribe, der vor seinem Amtsantritt als Präsident Gouverneur von Antioquia war, verfolgt einen harten Kurs gegenüber den Rebellen. Die Katholische Kirche und Angehörige von Entführten haben ihn immer wieder aufgefordert, mit den Rebellen ein Abkommen zum Gefangenenaustausch zu schließen. Die am Montag Getöteten befanden sich auf einer entsprechenden Liste der Rebellen. Uribe will einer solchen Übereinkunft jedoch nur zustimmen, wenn sie unter der Vermittlung der Vereinten Nationen zu Stande kommt.

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Von Klaus-Dieter Frankenberger

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