08.12.2009 · Der amerikanische Präsident Obama hat seine Umweltbehörde angewiesen, das Kohlendioxid zum Umweltgift zu erklären. Sein Ziel: CO2-Emissionen zu verringern. Ganz Kopenhagen jubelt jetzt über diesen Coup. Die Reaktionen in den Vereinigten Staaten werden eher gegenteilig ausfallen.
Von Stefan DietrichVon einem Trick war in der Klimadebatte der vergangenen Tage häufig die Rede. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch verwende man diesen Ausdruck für einen „genialen Einfall, mit dem man ein scheinbar unlösbares Problem löst“, sagt der Potsdamer Klimaberechner Schellnhuber. Der britische Klimaforscher Jones wurde allerdings wegen der Verwendung dieses Ausdrucks in einer E-Mail vorläufig vom Dienst suspendiert.
Nun hatte auch der amerikanische Präsident Obama einen genialen Einfall: Er wies seine Umweltbehörde an, das Kohlendioxid zum Umweltgift zu erklären. So könnte er auf administrativem Weg eine Verringerung der CO2-Emissionen erzwingen, für die ihm der Senat bisher die gesetzliche Grundlage verweigert. Ganz Kopenhagen jubelt jetzt über diesen Coup.
Die Reaktionen in den Vereinigten Staaten werden eher gegenteilig ausfallen. Wenn Obama seine Landsleute nicht davon überzeugen kann, dass sie sich mit ihrem verschwenderischen Umgang mit fossilen Energieträgern selbst ihr wirtschaftliches Grab schaufeln, dann helfen auch keine Tricks.