Kölner Silvesternacht zeigt interkulturelle Konflikte
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Kommentar : Machtdemonstration am Dom

Selbst wenn die Kölner Polizei eine positive Bilanz der Silvesternacht zieht: Sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in vielen deutschen Städten zu einem mitunter existentiellen Konflikt zwischen deutscher und eingewanderter Kultur kommt.

          Wem es Spaß macht, unter dem Schutz von 1500 Polizisten auf der Kölner Domplatte das neue Jahr willkommen zu heißen – bitte sehr. Es darf wohl angenommen werden, dass viele der Besucher in den letzten Tagen des alten Jahrs weder (deutsches) Fernsehen noch (deutsche) Zeitungen noch (deutsches) Internet konsumierten und deshalb überrascht waren über den so ganz anderen Silvesterempfang. Hunderte Männer wurden in Gewahrsam genommen. Frauen werden den Platz wohl trotz dieser Machtdemonstration gemieden haben – bis auf diejenigen unter ihnen, die sich die Feierlaune nicht von der Leitkultur nordafrikanischer Prägung vorschreiben lassen wollen.

          Dass es darüber zum durchaus existentiellen Konflikt kommen kann, gehört längst zum deutschen Alltag, nicht nur in den Städten Nordrhein-Westfalens. Der Untersuchungsausschuss, der in Düsseldorf zu „Köln“ abgehalten wird, zeigt allerdings auch, wie kunstreich um diesen heißen Brei herumgeredet werden kann. Nicht anders wird es sein, wenn Polizei und Innenminister Ralf Jäger (SPD) die „positive Bilanz“ dieser Silvesternacht ziehen.

          P.S.: Dieser Text ist vor der Debatte entstanden, ob der polizeiliche Gebrauch von „Nafris“ auf „racial profiling“ schließen lasse.  Er verhält sich sozusagen präfaktisch zu einer durch und durch postfaktischen Diskussion.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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