16.05.2003 · Das Treffen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Koch mit George W. Bush war seit Beginn des Streits um die Irakpolitik die erste Begegnung des amerikanischen Präsidenten mit einem deutschen Politiker im Weißen Haus.
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ist bei seinem Besuch in Washington am Donnerstag überraschend auch mit Präsident George W. Bush zusammengetroffen.
Es war seit Beginn des Streits um die Irakpolitik die erste Begegnung des amerikanischen Präsidenten mit einem deutschen Politiker im Weißen Haus. Bush habe in dem 15-minütigen Gespräch sein Unverständnis über die deutsche Position im Irak-Konflikt deutlich gemacht, sagte Koch im Anschluß.
Koch: Es geht nicht um eine Entschuldigung
Der hessische Regierungschef rief nach dem Gespräch zu einer schnellen Wiederherstellung der guten Partnerschaft zwischen Amerika und Deutschland auf. Koch sagte, er habe Bush als einen Mann erlebt, mit dem man eine Basis dafür schaffen könne, eine schwierige Situation zu besprechen. Er sei sich sicher, dass Bush und Bundeskanzler Gerhard Schröder Differenzen im persönlichen Gespräch beilegen könnten. Es sei einfach unangemessen, sich gar nicht zu treffen.
Koch betonte, auch wenn er denke, dass der erste Schritt von Schröder ausgehen müsse, so gehe es dabei nicht darum sich zu entschuldigen, sondern darum die Debatten der Vergangenheit zu beenden.
Amerikanische Truppen sollen in Deutschland bleiben
Die Begegnung mit Bush fand im Anschluß an ein geplantes Treffen Kochs mit Vizepräsident Richard Cheney statt. Plötzlich sei der amerikanische Präsident in den Raum gekommen und habe ein Gespräch begonnen, schilderte Koch die überraschende Begegnung.
Koch war am Montag nach einem medizinischen Eingriff am Herzen nach Amerika geflogen. Zunächst hatte er in Hessens Partnerland Wisconsin für amerikanische Investitionen in Hessen geworben. Am Mittwoch hatte der Ministerpräsident dann mit dem stellvertretenden Außenminister Richard Armitage und dem Handelsbeauftragten Robert Zoellick Gespräche geführt. Bei seinen Gesprächen warb Koch unter anderem auch für einen Verbleib der amerikanischen Truppen in Deutschland. Deutschland müsse deutlich machen, dass es Stationierungsland bleiben wolle, sagte Koch.