Die Klimaveränderungen auf der Erde werden nach Schätzung des Potsdamer Klimaforschers Hans-Joachim Schellnhuber Schäden von mindestens 100 Milliarden Dollar (etwa 210 Milliarden Mark) jährlich verursachen. Darunter fielen sowohl Kosten für Küstenschutz und Deichbau als auch Folgekosten von Stürmen, Überschwemmungen, Dürrekatastrophen und Hitzewellen, sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung am Montag.
Schellnhuber ist koordinierender Leitautor der Studie des UN-Gremiums für Klimaveränderungen (IPCC). Durch Anpassungsmaßnahmen in allen Ländern der Welt könnten die negativen Folgen des Klimawandels deutlich gemildert werden, sagte der Wissenschaftler. Dazu seien die Industrieländer viel besser als die Entwicklungsländer in der Lage. Um die Folgen selbst bei optimaler Anpassung beherrschen zu können, müsse der Ausstoß an Treibhausgas um mindestens die Hälfte gesenkt werden. Dann könne der Anstieg der globalen Mitteltemperatur bei zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Wert von 1860 stabilisiert werden.
Streit um Erderwärmung beendet
Schon bei einem Anstieg um insgesamt vier bis fünf Grad seien Veränderungen großen Ausmaßes zu befürchten. Dazu zählten die Abschwächung der warmen Nordatlantikströmung und die Freisetzung eisgebundener Treibhausgase wie Methan.
Nach Ansicht von Wolfgang Cramer, Mitautor der Studie und Berater der deutschen Delegation in Genf, ist der Streit darüber, ob sich die Erde erwärmt oder nicht, nun endgültig beendet. „Der IPCC-Bericht zeigt mit wünschenswerter Klarheit, dass es eine globale Erwärmung gibt und dass diese aller Wahrscheinlichkeit nach zum größten Teil auf das Konto des Menschen geht“, so Cramer.