18.07.2001 · Welche Stoffe tragen wie viel zum Treibhauseffekt bei?
Die stärksten Treibhausgase wirken wie Einwegfilter. Kurzwellige Sonnenstrahlen lassen sie durch, die auf der Erde und in der Atmosphäre daraus entstehende Wärme nicht. Ein Maß für den Beitrag der verschiedene Gase zum Treibhauseffekt ist das Global Warming Potential (GWP). Es errechnet sich aus der Fähigkeit der Gase, Strahlung zu absorbieren und so in der Atmosphäre zu halten, sowie der Änderung des Strahlungshaushaltes der Erde. Zudem geht die Zeit, die das Treibhausgas in der Atmosphäre bleibt, in das GWP mit ein.
Kohlendioxyd
Kohlendioxyd entsteht bei jedem Verbrennungsprozess, also immer, wenn Kohlenstoffverbindungen mit Sauerstoff reagieren. Einer dieser Prozesse ist das Atmen. Das Gas entsteht aber vor allem bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas) oder Holz. Jeder Tritt aufs Gaspedal bringt Kohlendioxyd in die Luft, ebenso wie jedes Gramm Heizöl, das verbrannt wird.
Damit jeder testen kann, wieviel Kohlendioxyd er im täglichen Leben produziert, bietet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin einen Kohlendioxyd-Selbtsttest an (siehe Link: Selbsttest zum Kohlendioxydverbrauch).
Zum menschgemachten Treibhauseffekt trägt das Kohlendioxyd mit etwa 60 Prozent am meisten bei. Es ist das Gas, das bei weitem in den größten Mengen in die Atmosphäre gelangt. Seit 1750 hat die Kohlendioxydkonzentration in der Atmosphäre um 31 Prozent zugenommen.
Methan und Lachgas
Methan wird als Brennstoff eingesetzt. Lecks in den Pipelines, die es zum Verbraucher bringen, waren lange Zeit eine Hauptquelle für Methan in der Atmosphäre. Diese Quelle wurde durch die Reparaturen russischer Gasleitungen eingedämmt. Ein Verbrennungsprodukt von Methan ist das Treibhausgas Kohlendioxyd.
Methan entsteht außerdem in der Landwirtschaft als Abgas aus Rinder-Gülle und bei der Zersetzung organischen Materials in Reisfeldern. Außerdem tritt es aus Mülldeponien aus. Es ist für 15 Prozent der menschgemachten Erwärmung der Atmosphäre verantwortlich.
Distickstoffoxyd, auch Lachgas genannt, entsteht bei Verbrennungsvorgängen und in Katalysatoren von Autos. Auch bei manchen chemischen Prozessen wie der Herstellung von Salpetersäure oder Adipinsäure entweicht Lachgas. Das Gas trägt zu rund vier Prozent des menschgemachten Treibhauseffektes bei.
Weitere Treibhausgase
Gase, die wegen ihrer Molekülstruktur besonders stark als Treibhausgase wirken und wegen ihrer geringen Reaktivität lange in der Atmosphäre bleiben, sind unter anderem fluorierte Kohlenwasserstoffverbindungen (H-FKW). Mit ihren hohen GWP tragen sie trotz der geringen Mengen in der Atmosphäre viel zum Treibhauseffekt bei.
Die wichtigste dieser Verbindungen ist der Fluorkohlenwasserstoff 134a, der in Schäumen, Asthmasprays, Autoklimaanlagen und anderen Kälteanlagen benutzt wird und dort die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) abgelöst hat. Eine weitere Verbindung ist der Fluorkohlenwasserstoff 23, der als Nebenprodukt bei der Herstellung von FCKW entsteht. Flurkohlenwasserstoffe greifen die Ozonschicht an -. deshalb sind sie in Deutschland verboten.
Fluorierte Kohlenstoffe, sogenannte PFC, sind die beiden Verbindungen CF4 und C2F6. Sie werden bei der Halbleiterfertigung und der Herstellung von Leiterplatten genutzt. Perfluorierte Kohlenstoffe entstehen vor allem in Aluminiumhütten und bei chemischen Nebenreaktionen.
Schwefelhexafluorid wird als Isoliergas in der Elektrotechnik eingesetzt. Es wird zum Schallschutz und als Schutzgas beim Magnesiumguss sowie bei der Halbleiterherstellung benutzt. Hauptquelle für dieses Gas sind Schallschutzgläser bei der Herstellung von Autoreifen. Eine herausragende Eigenschaft dieses Gases ist, dass es sehr schwer reagiert. Diese Eigenschaft verhindert, dass es schnell aus der Atmosphäre verschwindet.