06.08.2010 · Bei der Klimakonferenz in Kopenhagen ging es noch um die Rettung der Welt - herausgekommen ist aber nicht viel. Nun zeichnet sich ab, dass vor der nächsten UN-Konferenz in Cancún die Latte so tief gelegt wird, dass niemand mehr springen muss.
Von Matthias WyssuwaIn Kopenhagen hat die Latte noch so hoch gelegen, dass sie mit dem Ergebnis der Klimakonferenz vor gut einem halben Jahr nicht etwa gerissen, sondern vielmehr unterlaufen wurde. Es ging um nicht weniger als die Rettung der Welt. Herausgekommen ist aber nicht viel mehr als ein Papier, das zwar das Problem (die Erderwärmung) anerkennt, die Lösungswege (Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes zum Beispiel) aber nicht verbindlich festschreibt. Seitdem hat sich nicht viel bewegt.
Mehr als sieben Monate nach Kopenhagen zeichnet sich vielmehr ab, dass bei der nächsten UN-Konferenz in Cancún nicht noch einmal der große Sprung gewagt wird. Stattdessen soll die Latte zuvor tiefer gelegt werden. Nicht ein verbindliches globales Abkommen, sondern ein Paket von Teilvereinbarungen ist nun das Ziel für Cancún. Nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 könnten sogar gleich mehrere Abkommen folgen und kein einheitliches. Man kann das politischen Realismus nennen. Nur liegt die Latte irgendwann so tief, dass niemand mehr springen muss.