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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Klima Versicherung warnt vor Scheitern der Klimaverhandlungen

08.01.2001 ·  Sach- und Personenschäden waren im Jahr 2000 deutlich geringer als im Vorjahr, so eine Analyse der Münchener Rück. Entwarnung für den langfristig steigenden Trend gibt es nicht.

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Die Münchener Rück, führender Rückversicherer der Welt, warnt vor den Folgen der Klimaerwärmung. Es sei zu befürchten, dass „sich die Risikosituation in zahlreichen Regionen der Erde auch für die Versicherer zusätzlich verschärft“, sagt Gerhard Berz, Leiter der Forschungsgruppe Geowissenschaften der Münchener Rück „Wir halten das Scheitern des Klimagipfels von Den Haag im November 2000 für einen schweren Rückschlag und hoffen, dass wenigstens noch die Nachverhandlungen im Sommer 2001 einen weiterführenden Konsens ergeben.“

Die Münchener Rück hat eine erste Analyse der Elementarschadenereignisse 2000 vorgelegt. Die Anzahl der Naturkatastrophen hat einen neuen Rekord erreicht. Weltweit wurden mehr als 850 Katastrophen registriert, hundert mehr als im bisherigen Rekordjahr 1999 und 200 mehr als im Mittel der 90er Jahre.

Die finanziellen Auswirkungen im Jahr 2000 waren allerdings geringer, da die zahlreichen Naturkatastrophen vor allem weniger dicht besiedelte Gebiete trafen. Dennoch kamen rund 10.000 Menschen ums Leben. Im Vorjahr fanden 75.000 Menschen durch Naturkatastrophen den Tod.

Keine Entwarnung

Die Prognosen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), die in Kürze im dritten Bericht veröffentlicht werden, belegten, so die Münchener Rück, dass das Thema Klimaänderung ernster denn je genommen werden müsse. Weder bei den erwarteten Temperaturanstiegen noch bei anderen wichtigen Aspekten gebe es irgendeine Entwarnung.

Die volkswirtschaftlichen Schäden im vergangenen Jahr beliefen sich auf mehr als 30 Milliarden Dollar (Vorjahr 100 Milliarden), die versicherten Schäden auf 7,5 Milliarden Dollar (Vorjahr: 22 Milliarden). Im Jahr 2000 gab es verhältnismäßig wenige Erdbeben und auch die Wirbelsturmschäden hielten sich in Grenzen. Dennoch führen Stürme die Schadenbilanzen der Versicherer an und schlagen mit 73 Prozent der versicherten Schäden, vor Überschwemmungen mit 23 Prozent, zu Buche.

Zunahme der Schäden zu erwarten

Die Münchener Rück ist der Ansicht, dass trotz der insgesamt günstigen Schadenbilanz 2000 nicht von einer Trendwende gesprochen werden könne. Schon einmal, 1997, schien ein vergleichsweise schadenarmes Jahr den Trend zu immer häufigeren und größeren Naturkatastrophen zu unterbrechen, der sich aber dann fortgesetzt habe.

Wegen der zunehmenden Weltbevölkerung, die in den hoch exponierten Gebieten und vor allem in den Großstadträumen sogar überproportional zunehme und wegen der gleichfalls steigenden Konzentration an Sachwerten sei auch künftig mit einer Zunahme bei den finanziellen Schäden aus Naturkatastrophen zu rechnen.

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