16.11.2009 · Wenn das Stimmungsbild der Apec-Konferenz eine Vorhersage erlaubt, dann die: Beim Klimagipfel in Kopenhagen wird es kein umfassendes Kyoto-Folgeprotokoll geben. Die Lektion von Singapur lautet: Auch in der Klimapolitik ist es sinnlos, mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerNun ist es offenkundig: Die klimapolitischen Ziele der Europäer werden von vielen anderen Staaten nicht geteilt, nicht von den Aufsteigerländern des asiatisch-pazifischen Raumes, nicht von den Vereinigten Staaten. Das kann man bedauern – oder man kann sich nur darüber wundern, wie unrealistisch hoch die Erwartungen an den Weltklimagipfel in Kopenhagen angesichts der vielfachen Gegensätze geschraubt worden sind.
Wenn das Stimmungsbild der Apec-Konferenz in Singapur eine Vorhersage erlaubt, dann wird im Dezember kein verbindliches, umfassendes, alle Aspekte regelndes Kyoto-Folgepaket geschnürt werden können. Vermutlich würde schon einiges erreicht, wenn ein Schritt dahin unternommen würde.
Die Lektion von Singapur lautet: Auch in der Klimapolitik ist es sinnlos, mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen; damit wird der Ausstoß von Treibhausgasen um kein Promille verringert. Und wenn die größten Emitter nicht mitziehen, können die Europäer die Reduktionsziele so streng fassen, wie sie wollen: Das Klima werden sie damit nicht beeinflussen, allenfalls überfordern sie so ihre eigene Wirtschaftskraft.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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