04.11.2008 · Die Kritik am Vorgehen Russlands gegenüber Georgien - einschließlich der Anerkennung der abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien - ist dem Kreml offenbar nicht so gleichgültig, wie bislang getan wurde.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerDie Kritik am Vorgehen Russlands gegenüber Georgien - einschließlich der Anerkennung der abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien - ist dem Kreml offenbar nicht so gleichgültig, wie bislang getan wurde. Der halbwegs geglückte Vermittlungsauftakt im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach deutet jedenfalls darauf hin, dass, erstens, dem Präsidenten Medwedjew durchaus an einer „guten Presse“ gelegen ist und, zweitens, Moskau ein Interesse an stabilen Verhältnissen im Südkaukasus hat - unter seinem Patronat, versteht sich.
Wie der Fünftagekrieg im August gezeigt hat, ist nicht auszuschließen, dass ein „eingefrorener Konflikt“ eines Tages wieder „heiß“ wird, wenn dies ins Kalkül eines der Beteiligten passt. Aserbaidschan rüstet derzeit dank der Einkünfte aus dem Ölexport massiv auf; es wird gegenüber Armenien noch stärker und könnte somit versucht sein, den Konflikt militärisch zu entscheiden. Auf der anderen Seite scheint sich das türkisch-armenische Verhältnis zu entspannen. In der Region bewegt sich einiges - und nicht immer in die falsche Richtung.
Ende von Schwarz-weiß?
Benjamin Blümchen (BenjaminBe)
- 04.11.2008, 22:08 Uhr
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
Jüngste Beiträge