http://www.faz.net/-gpf-761mj

Katholische Krankenhäuser : Makabre Versuche

Notsituationen vorzutäuschen, um Ärzte in Gewissensnöte zu bringen, ist eine makabre Form des Protests von „Lebensschützern“. Katholische Krankenhäuser hätten mehr Verständnis verdient.

          Nicht erst seit Kardinal Meisner sich bei der Frau entschuldigt hat, die nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung von einem katholischen Krankenhaus abgewiesen wurde, sind die Kliniken in kirchlicher Trägerschaft die Sündenböcke. Doch das Kölner Krankenhaus, um das es geht, ist Opfer der Gewissensnöte geworden, in die man Ärzte bringt, wenn Glaubenssätze durchgepaukt werden sollen.

          Der beschämende Vorgang (Meisner) wäre nicht passiert, wenn es nicht makabre Versuche katholischer „Lebensschützer“ gäbe, Notsituationen vorzutäuschen und darauf zu warten, dass die „Pille danach“ verschrieben wird. Niemand will jetzt von den Hintergründen gewusst haben, über Finanzierung, Initiative und Mitwissen. Die Empörung über das Kölner „Missverständnis“ geht aber ins Leere, wenn nicht auch dieser Teil der Geschichte betrachtet wird.

          Denn verhalten sich die katholischen Krankenhäuser in den „Versuchen“ so, wie es die Allgemeinheit von ihnen verlangt, werden sie auch dafür angeprangert und eingeschüchtert. Dieser Widerspruch kann der Kirche nicht recht sein. Sonst setzt sie das Ansehen aufs Spiel, das katholische Krankenhäuser verdienen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Die türkische Artillerie feuerte am 9. Februar eine Rakete in Richtung der Kurdenmiliz YPG in der nordsyrischen Region Afrin.

          Krieg in Syrien : Erdogan kündigt Belagerung von Afrin an

          Der türkische Präsident Erdogan will keine kurdische Teilautonomie an der Landesgrenze dulden. Die Kurden befürchten nun, dass sie von Assads Schutzmacht Russland zum Abschuss freigegeben worden sind.

          FAZ Plus Artikel: No-Groko-Kampagne : Kühnerts Showtime

          Kevin Kühnert ist auf Tournee, um eine weitere große Koalition zu verhindern. Spaß am großen Auftritt hat der Juso-Vorsitzende längst gefunden. Aber was will er erreichen? Und weiß er auch, was er tut?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.