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Katholische Krankenhäuser : Makabre Versuche

Notsituationen vorzutäuschen, um Ärzte in Gewissensnöte zu bringen, ist eine makabre Form des Protests von „Lebensschützern“. Katholische Krankenhäuser hätten mehr Verständnis verdient.

          Nicht erst seit Kardinal Meisner sich bei der Frau entschuldigt hat, die nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung von einem katholischen Krankenhaus abgewiesen wurde, sind die Kliniken in kirchlicher Trägerschaft die Sündenböcke. Doch das Kölner Krankenhaus, um das es geht, ist Opfer der Gewissensnöte geworden, in die man Ärzte bringt, wenn Glaubenssätze durchgepaukt werden sollen.

          Der beschämende Vorgang (Meisner) wäre nicht passiert, wenn es nicht makabre Versuche katholischer „Lebensschützer“ gäbe, Notsituationen vorzutäuschen und darauf zu warten, dass die „Pille danach“ verschrieben wird. Niemand will jetzt von den Hintergründen gewusst haben, über Finanzierung, Initiative und Mitwissen. Die Empörung über das Kölner „Missverständnis“ geht aber ins Leere, wenn nicht auch dieser Teil der Geschichte betrachtet wird.

          Denn verhalten sich die katholischen Krankenhäuser in den „Versuchen“ so, wie es die Allgemeinheit von ihnen verlangt, werden sie auch dafür angeprangert und eingeschüchtert. Dieser Widerspruch kann der Kirche nicht recht sein. Sonst setzt sie das Ansehen aufs Spiel, das katholische Krankenhäuser verdienen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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