09.02.2009 · Der Fall Williamson zeigt: Ein Ausschluss aus der „Kirche als solcher“ ist weder bei den Protestanten noch bei den Katholiken grundsätzlich vorgesehen. Die Kirche ist nicht das Jüngste Gericht, das endgültig verstößt.
Von Georg Paul HeftyEr sehe für Richard Williamson „keinen Platz in der katholischen Kirche“, hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Zollitsch, gesagt. Wenn er mit Platz einen Bischofsstuhl oder die Stelle eines ordinierten Pfarrers meint, so hat er recht. Doch ein Platz zum Stehen oder Knien ist in der katholischen Kirche für jeden Sünder, der katholisch getauft ist.
Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Huber, hat in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung klargestellt, dass ein Ausschluss aus der „Kirche als solcher“ weder bei den Protestanten noch bei den Katholiken grundsätzlich vorgesehen ist. Wer aus weltlichem Verständnis den bei Vereinen und Parteien üblichen Ausschluss als härteste Disziplinarmaßnahme fordert, übersieht, dass die Kirchen ihr Selbstverständnis darin sehen, Menschen zum transzendenten Heil zu führen - die einen, indem sie diese zum Erkennen von Gut und Böse, die anderen, indem sie diese zu Reue und Buße anhalten.
Alle Strafen wie der Ausschluss von den Sakramenten (Exkommunikation) sind nur innerhalb dieses Systems möglich. Die Kirche ist nicht das Jüngste Gericht, das endgültig verstößt.
Jüngstes Gericht
Michael Dumrese (dumrese)
- 09.02.2009, 16:21 Uhr
Ekklesiologie......
G. Gervasi (g.gervasi)
- 09.02.2009, 17:01 Uhr
Der Teufel versteht die Lage besser und entfacht die Hoelle auf Erden derzeit in
Daniel Kleiner (D.Kleiner)
- 09.02.2009, 17:17 Uhr
Georg Paul Hefty Jahrgang 1947, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“.
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