http://www.faz.net/-gpf-8l7g8

Katholische Kirche : Im Ton der Verbitterung

In einem neuen Buch geht Benedikt XVI. hart mit der katholischen Kirche in Deutschland ins Gericht. Dabei ist hierzulande über Jahrzehnte gegen seinen Willen niemand Bischof geworden.

          Er kann es nicht lassen. Auch in den mutmaßlich letzten Worten, die ein Journalist aus dem Mund des emeritierten Papstes Benedikt entgegennahm, geht der langjährige Theologieprofessor und vormalige Erzbischof von München und Freising hart mit der katholischen Kirche in Deutschland ins Gericht.

          Gründe dafür gäbe es wahrlich genug. Doch wer hat über Jahrzehnte an der Ernennung der Bischöfe mitgewirkt, wenn sie nicht gar selbst ernannt, denen aus der Idylle der vatikanischen Gärten beschieden wird, sie seien die Hirten einer bürokratisierten, saturierten und obendrein ungemein privilegierten Kirche? Gegen den Willen Ratzingers ist seit den frühen achtziger Jahren in Deutschland niemand Bischof geworden – und über so manchen, der es hätte werden können, hat er den Stab gebrochen.

          Es ist bitter, dass Ratzinger, der erste Papst aus Deutschland, seit Jahrzehnten über „seine“ Kirche nur im Ton der Verbitterung spricht – und damit indirekt jenen in die Hände spielt, denen die nach wie vor starke Präsenz der Kirche in der Gesellschaft ein Dorn im Auge ist.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Nur Mexiko trifft ins Tor Video-Seite öffnen

          Fehlstart im ZDF-Video : Nur Mexiko trifft ins Tor

          Deutschland verliert zum WM-Start: Der Weltmeister muss nach der Niederlage gegen Mexiko ums Weiterkommen kämpfen. In der Zusammenfassung sind die Defizite erkennbar.

          Topmeldungen

          Kanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Horst Seehofer

          Asylstreit : „Für die Union als Ganzes existenzgefährdend“

          Der saarländische Ministerpräsident sieht im Asylstreit den Fortbestand der Union in Gefahr. Kanzlerin Angela Merkel bereitet laut einem Bericht ein Sondertreffen mit EU-Staaten zur Flüchtlingspolitik vor.
          TV-Moderatorin Anne Will und Bundeskanzlerin Angela Merkel

          TV-Kritik: Talkshow-Pause : Wo ist Anne Will?

          Am Sonntag gab es im Ersten keine Talkshow. Dabei gibt es im Augenblick so viel zu besprechen. Die Union steht vor am Abgrund, die Regierungskoalition ebenfalls. Wir stellen uns einmal vor, das wäre bei Anne Will Thema gewesen. Wer wäre da wohl aufgetaucht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.