01.04.2010 · Der Freiburger Erzbischof Zollitsch steht für eine Vielzahl ranghoher Geistlicher, denen im Licht der jüngsten Enthüllungen über Missbrauch und Misshandlungen schwant, sie hätten nicht erst mit dem Wissen von heute, sondern schon vor Jahren konsequenter handeln müssen.
Von Daniel DeckersSeit Wochen ist der Freiburger Erzbischof Zollitsch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verstummt, und das nicht nur, weil die Anliegen der Opfer sexueller Übergriffe in der Kirche bei dem Trierer Bischof Ackermann gut aufgehoben sind.
Als langjähriger Personalchef eines großen Bistums steht Zollitsch für eine Vielzahl ranghoher Geistlicher, denen im Licht der jüngsten Enthüllungen schwant, sie hätten nicht erst mit dem Wissen von heute, sondern schon vor Jahren konsequenter handeln müssen. Diese Verantwortung für die Vergangenheit kann ihnen niemand abnehmen. Eine unparteiische Aufarbeitung der Fälle von sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen in der Kirche ist aber unumgänglich.
Gerade weil ein Bischof Verantwortung für den Täter wie für das Opfer trägt, gehört diese Aufgabe zuallerletzt in die Hände kirchlicher Gremien. Die amerikanischen Bischöfe haben sie einer unabhängigen wissenschaftlichen Einrichtung übertragen. In Deutschland ist offenbar noch nicht genug passiert, dass die Bischöfe bereit wären, über den eigenen Schatten zu springen.
Im Prinzip haben sie Recht und Unrecht
Stefan Neudorfer (sttn)
- 01.04.2010, 19:09 Uhr
Wenn die Bischöfe so weitermachen...
Hermann F. Sack (Collobriere)
- 01.04.2010, 19:53 Uhr
Mißbrauch von Kindern findet eher im privaten Umfeld der Opfer, den Familien etc
Carlo Pinocchio (Carlo.Pinocchio)
- 02.04.2010, 11:57 Uhr
Nicht der Interessenkonflikt ist das Problem
Jan Matthias (JanMatthias)
- 02.04.2010, 12:35 Uhr
Nicht erstaunlich
Benedikt Hotz (Bundesbene)
- 03.04.2010, 13:21 Uhr
Daniel Deckers Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.
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