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Karl-Josef Wasserhövel Münteferings rechte Hand

08.02.2004 ·  Karl-Josef Wasserhövel, der Leiter des Planungsstabes der SPD-Fraktion, wird wohl der wichtigste Mann im Umfeld des neuen Parteivorsitzenden Müntefering werden. Wasserhövel ist seit Jahren ein "stiller Organisator der Macht".

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Karl-Josef Wasserhövel, der 41 Jahre alte Leiter des Planungsstabes der SPD-Fraktion, wird wohl der wichtigste Mann im Umfeld des neuen Parteivorsitzenden Franz Müntefering werden. Wasserhövel, den sie in der SPD "Kajo" nennen, ist seit Jahren ein "stiller Organisator der Macht".

Als Müntefering 1999 Generalsekretär der SPD wurde, war Wasserhövel der Schattenmann des Generals im Willy-Brandt-Haus. Nun soll er nach dem Willen Münteferings und des SPD-Vorstands neuer Bundesgeschäftsführer werden. Seit fast zehn Jahren begleitet er Müntefering. Wasserhövel wurde als Jungsozialist dem "Stamokap"-Flügel zugerechnet, was diejenigen aufmerksam registrieren, die sich zu Juso-Zeiten als "Reformsozialisten" sahen und heute Partei- oder Regierungsämter innehaben.

Karrierestart in Westfalen

Die politische Karriere des künftigen Bundesgeschäftsführers begann im einflußreichen SPD-Bezirk Westliches Westfalen. Damals war er Redenschreiber und Büroleiter Münteferings. In der Wahlkampfzentrale für den Bundestagswahlkampf 1998 gehörte er zu "Müntis boygroup", gemeinsam mit dem damaligen Parteisprecher Michael Donnermeyer und dem damaligen Bundesgeschäftsführer Matthias Machnig organisierte er den Wahlkampf. Im Wahlkampf des Jahres 2002 war Wasserhövel Leiter des "Arbeitsbereichs I, Partei, Wahlkreise und Schulung", blieb jedoch weitgehend im Hintergrund und trat nur als Verantwortlicher für den Internetwahlkampf öffentlich in Erscheinung.

Wasserhövels These ist seit langem, die SPD könne die nächste Bundestagswahl gewinnen, wenn sie die Agenda 2010 im Herbst 2003 erfolgreich durchs Parlament bringe und dann das darauffolgende "harte Jahr" überlebe. Daran müssen dem Politiker, der im katholischen Münsterland aufwuchs und in Münster Geschichte studierte, angesichts immer schlechter werdender Umfragen zunehmend Zweifel gekommen sein. Nachdem die innerparteiliche Stellung von Generalsekretär Scholz Anfang des Jahres schwächer geworden war, organisierte Wasserhövel im Dezember und Januar die "Dialog-Reise" Münteferings in die Ortsvereine - zur Beruhigung der unzufriedenen Parteibasis. Was zunächst aussah wie eine Einmischung in Scholz' Angelegenheiten, war nichts anderes als die Vorbereitung der Partei auf einen Vorsitzenden Müntefering.

Nicht viel Arbeit für Benneter übrig

Einfluß wird Wasserhövel auch auf die Arbeitsgruppe "Moderne Volkspartei" haben, wie sie die Delegierten auf dem Bochumer Parteitag beschlossen haben. Das heißt auch, daß für den künftigen Generalsekretär Klaus Uwe Benneter, der als enger persönlicher Freund des Bundeskanzlers gilt, nicht viel Arbeit übrigbleibt. Benneter, der bis vor wenigen Jahren in der Berliner SPD den Ruf hatte, ein spielerisches Verhältnis zur Politik mit einem Hang zur Destruktivität zu haben, bliebe nur die Aufgabe, den politischen Gegner in die Zange zu nehmen. "Er wird nicht dringend gebraucht, denn kurze Sätze kann Müntefering sprechen, und organisieren kann Wasserhövel", lautet eine Einschätzung in der SPD. Zur Integration und Ruhigstellung der Parteilinken wird er ebensowenig gebraucht, weil er mit demonstrativer Kanzlertreue bei diesem Teil der Partei auf wenig Verständnis gestoßen ist. (rso.)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2004, Nr. 33 / Seite 3
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