12.04.2005 · Der konservative Kardinalvikar Camillo Ruini vertrat den Papst in seiner Funktion als Bischof von Rom und galt als enger Vertrauter. Ruini setzt sich vehement für die Verschärfung des Abtreibungsrechts und gegen die künstliche Befruchtung ein.
Camillo Ruini wurde 1991 päpstlicher Kardinalvikar für die Diözese Rom und vertrat somit den Papst in seiner Funktion als Bischof von Rom. Im selben Jahr wurde er Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz. In dieser Funktion konnte er Diözesen vor allem in der Dritten Welt viel Geld zukommen lassen.
Ruini gilt als konservativer Hardliner. Als enger Vertrauter des Papstes begleitete der Kardinal Johannes Paul II. regelmäßig bei allen römischen Pfarreibesuchen. Als Kardinalvikar hätte es eigentlich Ruini obliegen müssen, den Menschen die Nachricht vom Ableben des Papstes zu überbringen. Stattdessen informierte jedoch Vatikansprecher Navarro-Valls die Öffentlichkeit vom Tod Johannes Pauls II.
Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz soll Ministerpräsident Berlusconi nahestehen und forderte mit Nachdruck, in der Präambel der künftigen Verfassung der Europäischen Union nicht nur allein die christlichen Wurzeln Europas, sondern auch die Rechte und die Rolle der Kirchen festzuschreiben. Außerdem kämpft Ruini gegen die Lockerung der Bestimmungen für die künstliche Befruchtung sowie für eine Verschärfung des Abtreibungsrechts.
Der 74 Jahre alte Ruini hat aber gesundheitliche Probleme. Er mußte sich bisher mehreren Bypass-Operationen unterziehen.