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Kardinal Hummes Anwalt der Armen

12.04.2005 ·  Von seinen theologischen Anschauungen zwar eher konservativ, hat der brasilianische Kardinal Hummes deutlicher als andere eine Art Profil eines künftigen Papstes entworfen, der für die Bewältigung der Probleme Lateinamerikas geeignet sein könnte.

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„Man kann auf neue Fragen keine alten Antworten geben.“ Schon mit diesem schlichten Satz hat es der brasilianische Kardinal Claudio Hummes bei den Spekulationen um einen möglichen Papstnachfolger aus Lateinamerika zu einer Favoritenrolle gebracht.

Von seinen theologischen Anschauungen zwar eher konservativ und standfest, hat er jedoch deutlicher als viele andere eine Art Profil eines künftigen Papstes entworfen, der für die Bewältigung der Probleme dieser Weltregion geeignet sein könnte. Hummes, ein Deutschstämmiger aus Brasiliens Süden, plädiert vor allem für ein stärker an der Realität ausgerichtetes Engagement der katholischen Kirche bei der Bekämpfung der Armut.

Als Erzbischof von Sao Paulo kann Hummes die sozialen Probleme Lateinamerikas Tag für Tag wie in einem Brennglas beobachten. In der größten brasilianischen Stadt konzentrieren sich großer Reichtum und bittere Armut, die Stadt ist eines der anschaulichsten Beispiele dafür, daß beide Extreme immer weiter auseinanderklaffen.

Zugleich wird in Lateinamerika die unter Johannes Paul II. gewachsene Kluft zwischen den Vertretern der Basiskirche, die soziale Mißstände in den Elendsquartieren zu mildern versuchen, und einer Kirchenführung deutlich, die sich vorrangig um die Einhaltung der reinen Lehre sorgt. Hummes verlangt von dem künftigen Papst einen „flüssigen Kontakt und ernsthaften Dialog mit den Wissenschaften“.

Darin steckt die unverhohlene Aufforderung an die Kirche, sich intensiver als bisher mit der ungestümen Entwicklung in den Naturwissenschaften auseinanderzusetzen. Zugleich kommt darin das Bedürfnis zum Ausdruck, die Debatte innerhalb der Kirche über bio- und sexualethische Fragen stärker an der Wirklichkeit einer zerrissenen Gesellschaft mit einem trostlosen Familienalltag der Armen zu orientieren.

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