http://www.faz.net/-gpf-75f2z
 

Kanzler-Bezüge : Blaukraut und Steinbrück

  • -Aktualisiert am

Nichts von dem, was Steinbrück über die Kanzler-Bezüge gesagt hat, ist anstößig. Viel eher stört seine Lust an der kleinen Provokation, die vermutlich mit einem Überlegenheitsgefühl einhergeht.

          Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid. Und Steinbrück bleibt Steinbrück. Das ist ein Zungenbrecher der anderen, der höheren Art. Nichts von dem, was der Kanzlerkandidat der SPD in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt hat, ist anstößig, sieht man einmal davon ab, dass die Meinung, der deutsche Politiker (und die deutsche Politikerin) verdiene zu viel und sei außerdem faul, so verbreitet wie unausrottbar ist: Daran würden auch Diäten von 2.500 Euro für Bundestagsabgeordnete und ein Gehalt von 5.000 Euro für die Bundeskanzlerin nichts ändern.

          Was die Leute irritiert und seiner Partei Seufzer abpresst, ist der Zungenschlag: Bei Steinbrück ist stets die Lust an der kleinen Provokation spürbar, selbst wenn er seine Äußerungen in Nebensätzen parteiprogrammkonform relativiert. Diese Lust entstammt vermutlich einem Überlegenheitsgefühl, das Tür an Tür mit Überheblichkeit wohnt. Die Leute wählen mit Sicherheit niemanden, den sie für einfach gestrickt halten; aber es fällt schwer, einen zu mögen, der offenbar nicht anders kann als zu demonstrieren, dass er alles besser weiß.

          Quelle: F.A.Z.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Trump in Zahlen : 2600 Tweets und 86 Tage auf dem Golfplatz

          Über die ersten 365 Amtstage des amerikanischen Präsidenten werden ganze Bücher geschrieben. Manchmal aber sagen Zahlen mehr als tausend Worte – FAZ.NET präsentiert die spannendsten.
          Böser Blick: Im Sommer trafen sich Sigmar Gabriel und der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif in Berlin.

          Teheran gegen Berlin : Kabalen iranischer Art

          Iran stellt die deutsche Geduld immer mehr auf die Probe: Deutsche werden ausspioniert, ein Richter – der Tausende Todesurteile unterschrieb – ließ sich in Hannover behandeln. Doch jetzt könnte die Regierung in Berlin bald reagieren.
          Ein Ersatz für Männer? Beruflich vielleicht schon.

          Ökonom warnt : Computer kosten vor allem Männer ihre Stellen

          Computer und Automatisierung bringen viele Verlierer, warnt der bekannte Ökonom Carl Benedikt Frey. Das treffe vor allem Männer. Dazu drohen ganzen Regionen zu verarmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.