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Tötung in Kandel : Lindner für Abschiebung minderjähriger krimineller Asylbewerber

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„Gerade bei allein eingereisten jungen Männern höre ich von vielen Problemen“, sagte Lindner Bild: dpa

Wenn die Familie bekannt ist, müssten Geflüchtete ausgewiesen werden können. Auch dann, wenn sie noch nicht 18 Jahre alt sind. Das fordert der FDP-Parteivorsitzende.

          Vor dem Hintergrund der Tötung einer Jugendlichen im pfälzischen Kandel hat sich FDP-Chef Christian Lindner für die Abschiebung minderjähriger krimineller Asylbewerber ausgesprochen. „Gerade bei allein eingereisten jungen Männern höre ich von vielen Problemen“, sagte Lindner der Zeitung „Bild am Sonntag“. Wenn jemand erzieherischen Maßnahmen nicht zugänglich sei, „muss die Ausweisung geprüft werden“.

          Wenn die Familie bekannt sei, müssten unbegleitete Geflüchtete auch ausgewiesen werden können, sagte Lindner weiter. „Dann muss in einem solchen Fall auch eine begleitete Rückführung möglich sein.“ Zu der Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), im Jahr 2015 die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, sagte der Vorsitzende der Liberalen, dies sei unverantwortlich gewesen. Eine Kontrolle von Grenzen sei nicht gleichbedeutend mit Abschottung.

          Im pfälzischen Kandel hatte vor einigen Tagen ein aus Afghanistan stammender Verdächtiger seine 15-jährige ehemalige Freundin erstochen. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich der Polizei zufolge um einen Asylbewerber, der im Frühjahr 2016 unbegleitet nach Deutschland kam. Er soll 15 Jahre alt sein, es gibt aber Zweifel an seinem Alter. Eine Reihe von Politikern forderte deshalb eine strengere Altersprüfung bei jungen Flüchtlingen.

          Eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD schließt Lindner derweil aus. „Das völkisch-autoritäre Gedankengut der AfD ist genau das Gegenteil unseres liberalen Weltbildes“, sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind das genaue Gegenteil der AfD.“

          Dass die Alternative für Deutschland bei einzelnen Punkten „uns applaudiert, dagegen kann man nichts machen“, meinte Lindner und fügte hinzu, die AfD habe ja auch dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin vom linken Flügel der Partei applaudiert. Und Trittin unternehme auch nichts, um sich von der AfD abzugrenzen.

          Die FDP wolle in der nächsten Zeit ihren Standort als Partei der Mitte definieren. Diese sei verwaist gewesen während der vergangenen vier Jahre, als die FDP in der außerparlamentarischen Opposition gewesen sei.

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