04.03.2003 · Khalid Scheich Mohammed, der in Pakistan gefasste mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, soll sich mittlerweile in amerikanischer Haft in Afghanistan befinden.
Der in Pakistan gefasste mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, Khalid Scheich Mohammed, soll sich mittlerweile in amerikanischer Haft in Afghanistan befinden. Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautete am Dienstag, der Terrorverdächtige sei zum Stützpunkt Bagram geflogen worden und werde dort mit anderen mutmaßlichen Al-Qaida- und Taliban-Anhängern festgehalten. Die französische Justiz teilte mit, sie wolle Mohammed wegen seiner Beteiligung an dem Anschlag auf die Synagoge von Djerba belangen.
Der amerikanische Präsident George W. Bush erklärte vor Journalisten, die Festnahme Mohammeds beweise die Effektivität des amerikanischen Kampfes gegen den Terror. Justizminister John Ashcroft zeigte sich vor dem rechtspolitischen Kongressausschuss zufrieden darüber, dass dem Al-Qaida-Netzwerk ein nachhaltiger Schlag zugefügt worden sei.
Internationaler Haftbefehl in Vorbereitung
Der 37-jährige Mohammed war am Wochenende bei einer gemeinsamen Operation des amerikanischen Geheimdienstes CIA und pakistanischer Agenten in Rawalpindi gefasst worden. Der gebürtige Kuwaiter, der inzwischen die pakistanische Staatsbürgerschaft besitzt, gilt als enger Vertrauter von Usama bin Ladin.
Frankreich bereitete einen internationalen Haftbefehl gegen Mohammed vor. Die französische Justiz verdächtigt ihn, den Auftrag für den Anschlag auf der tunesischen Ferieninsel Djerba erteilt zu haben. Den Ermittlungen zufolge soll der mutmaßliche Selbstmordattentäter Nizar Naouar kurz vor der Tat über ein Satellitentelefon mit Mohammed in Pakistan gesprochen haben. Bei dem Anschlag waren im April vergangenen Jahres 19 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 Deutsche.
Anklage gegen Jemeniten
Die amerikanische Bundesstaatsanwaltschaft erhob unterdessen Anklage gegen einen in Frankfurt am Main inhaftierten jemenitischen Geistlichen, der für Al Qaida Geld beschafft und Rekruten angeworben haben soll. Scheich Mohammed Ali Hassan el Moajed habe das Terrornetzwerk materiell unterstützt, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Erklärung. Auch die militante palästinensische Organisation Hamas erhielt demnach Geld, Waffen und Rekruten von dem Jemeniten. El Moajed und sein Sekretär waren am 10. Januar auf Betreiben Washingtons am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Sie sitzen in einem Hochsicherheitsgefängnis in Auslieferungshaft.