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Kampf gegen Terror Nato: Awacs-Aufklärer zur Fahndung

08.07.2005 ·  Im Kampf gegen den Terror haben die Nato-Staaten der britischen Regierung angeboten, bei der Fahndung nach den Drahtziehern der Anschläge in London etwa mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen zu helfen.

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Am Tag nach den Terroranschlägen in London haben Regierungen auf der ganzen Welt ihre Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus bekräftigt. In vielen Großstädten von Tokio über Moskau und Madrid bis Washington wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Bundesinnenminister Otto Schily ordnete am Freitag bundesweit Trauerbeflaggung der obersten Dienstbehörden an. Auch der Bundesrat gedachte der mehr als 50 Terror-Opfer.

In Brüssel haben die Nato-Staaten der britischen Regierung ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht.

Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte nach einer Sondersitzung der 26 Botschafter am Freitag in Brüssel, die Nato stehe bereit, bei der Fahndung nach den Terroristen zu helfen. Alle Mitgliedstaaten hätten bei dem Treffen „ihre unerschütterliche Solidarität und Unterstützung“ für die britische Bevölkerung und Regierung erklärt.

EU gedenkt in Schweigeminute

Falls erwünscht, könnte die Nato etwa mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen bei der Fahndung nach den Drahtziehern helfen, sagte De Hoop Scheffer. Die 26 Botschafter hätten zudem den Willen der Mitgliedstaaten zum Ausdruck gebracht, gemeinsam und standhaft im Kampf gegen den internationalen Terrorismus vorzugehen.

Die Nato überlege, wie dieser Kampf effizienter gestaltet werden könne. „Das steht auf unserer Tagesordnung“, sagte De Hoop Scheffer. Als Beispiel nannte er die Frage, wie Sprengsätze besser erkannt werden können.

Die EU gedachte am Mittag in einer Schweigeminute am Rond Point Schuman in Brüssel der Opfer. Unter anderem nahmen der EU-Außenbeauftragte Javier Solana und die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margot Wallström, daran teil.

Kommissionspräsident José Manuel Barroso hielt sich am Freitag beim G-8-Gipfel in Schottland auf. Die Fahnen vor den EU-Institutionen waren zudem auf Halbmast gesetzt.

„Es ist ein Drama für ganz Europa“

Am Donnerstagabend hatte der Weltsicherheitsrat die Anschläge einstimmig verurteilt. „Diese bösartigen Akte haben uns alle ins Mark getroffen, denn sie sind ein Angriff auf die Menschheit selbst“, sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan.

In Dänemark erklärte Vizeministerpräsident Berndt Berndtsen, die Alarmbereitschaft der Sicherheitskräfte sei erhöht worden. Dänemark hat wie Italien Soldaten im Irak stationiert.

Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero bot Großbritannien „bedingungslose Hilfe bei der Jagd nach den Verbrechern“ an.

Der französische Premierminister Dominique de Villepin ordnete eine Anhebung der nationalen Sicherheitsstufe auf die zweithöchste Stufe an, auch die Grenzen wurden am Freitag verstärkt. Villepin versprach die volle Kooperation des französischen Geheimdienstes. „Es ist ein Drama für ganz Europa“, sagte er.

Der polnische Präsident Alexander Kwasniewski mahnte am Freitag in einer Radioansprache eine engere Zusammenarbeit zwischen EU, Nato, den Vereinigten Staaten und Rußland an.

„Akt gegen Weltfrieden“

Moskau warf dem Westen indes abermals vor, bei der Terrorismusbekämpfung mit zweierlei Maß zu messen. „Niemand, der terroristische Angriffe organisiert, darf Aysl in einem zivilisierten Land erhalten“, sagte Außenminister Sergej Lawrow, offenbar in Anspielung darauf, daß Großbritannien den früheren Tschetschenenführer Achmed Sakajew als Flüchtling aufnahm.

Auch islamische Gruppen in Großbritannien und Regierungen muslimischer Länder äußerten sich entsetzt. „Diese bösen Taten machen uns alle zu Opfern“, erklärte der Muslimische Rat von Großbritannien in einer Stellungnahme.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte die Terroranschläge als „Akt gegen die Menschlichkeit und den Weltfrieden“. Der irakische Parlamentspräsident Hadschim al Hassani schrieb Premierminister Tony Blair, auch sein Volk leide unter „brutalen Angriffen, die den einfachsten menschlichen Werten widersprechen“. Ähnlich äußerte sich der afghanische Präsident Hamid Karsai. China versprach eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus. In Japan wurden am Freitag die Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP/AFP
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