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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kampf gegen Terror Deutschland als Ruheraum für Islamisten?

26.03.2004 ·  Auch in Deutschland gibt es ein gewaltbereites Potenzial islamischer Extremisten. Möglicherweise werden Terrorakte hier im „Rückzugsraum“ logistisch vorbereitet.

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Kein Zweifel: In Deutschland gibt es ein gewaltbereites Potenzial islamischer Extremisten. Unabhängig von den Ermittlungen des Generalbundesanwalts, wonach sich der möglicherweise in die Anschläge von Madrid verwickelte Marokkaner nur kurze Zeit in Deutschland aufhielt, gibt es handfeste Erkenntnisse von in Deutschland tätigen extremistischen Zirkel.

Polizei und Sicherheitsdienste halten sich bei der Veröffentlichung ihrer Erkenntnisse zwar stark bedeckt. Aachen, München, Ulm, Hannover Braunschweig, Berlin und Bonn gelten aber als „Hochburgen“. Im Umfeld von Moscheen, so die offiziell unbestätigten Erkenntnisse, wird intensiv beobachtet. Aus dem aktuellen Verfassungsschutzbericht geht hervor, daß rund 30.000 Personen zu extremistischen islamischen Organisationen in Deutschland gerechnet werden.

Netzwerk militanter Islamisten

Nach den Worten des Unions- Innenexperten Hartmut Koschyk (CSU) sind davon 2.000 bis 3.000 gewaltbereit. Ausführlich hat sich der Verfassungsschutzbericht mit den Aktivitäten der „Arabischen Mujahedin“ beschäftigt. Die sei ein Netzwerk militanter Islamisten, dessen Kern aber die Terrororganisation Al Qaida bilde, jene Organisation, die weltweit für Anschläge mit tausenden von Toten verantwortlich gemacht wird.

Die Möglichkeit, daß Gewaltaktionen mit einem islamischen Hintergrund auch in Deutschland vorbereitet werden könnten, wird von den Sicherheitsdiensten nicht bestritten. Auch die Vorbereitungen für den 11. September sollen zu einem großen Teil in Hamburg stattgefunden haben. Auch ein - allerdings vereiteltes - Attentat in Straßburg wurde zu einem großen Teil i Frankfurt geplant.

Deutschland, so die Erkenntnisse der Sicherheitsdienste, galt und gilt als eine Art „Ruheraum“ für potenzielle islamische Terroristen. Anschläge in ihrem Gastland würden diesen „Rückzugsraum“ zerstören. Ein offenbar geplantes Attentat in dem ostafrikanischen Staat Dschibuti auf auf Bundespräsident Johannes Rau habe eher regionale Bezüge gehabt, glauben die Dienste.

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