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Krieg in Syrien : Erste Hilfskonvois erreichen belagerte Städte

  • Aktualisiert am

Ein Hilfskonvoi in der syrischen Provinz Idlib Bild: AFP

Es ist ein Anfang. Laut UN-Angaben sind erste Versorgungskonvois in den belagerten Gebieten in Syrien angekommen. Derweil reisen aus der Türkei neue Kämpfer nach Syrien.

          Mehrere UN-Hilfskonvois haben am Mittwoch insgesamt fünf belagerte Städte in Syrien erreicht. Die knapp 100 Lastwagen mit Hilfsgütern hatten von Damaskus aus Ziele in der Nähe der Hauptstadt sowie im Nordwesten des Landes angefahren, berichteten UN-Vertreter und Staatsmedien übereinstimmend. Die Städte werden von verschiedenen Konfliktparteien des syrischen Bürgerkriegs belagert. „Die Operation dauert noch an“, sagte Linda Tom von der UN-Organisation für humanitäre Hilfe (Ocha).

          Die Hilfskonvois haben Lebensmittel und Medikamente für fast 100.000 Menschen in den umkämpften Städten geladen, erklärte ein UN-Sprecher. Der UN-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura sagte, es lebten mehr als 400.000 Menschen in den belagerten Gebieten. Er sieht in den ersten Lieferungen auch einen Test für die Fähigkeit der UN humanitäre Hilfe zu leisten und für die syrischen Konfliktparteien, ob sie diese zuließen.

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          Amerika, Russland und die beteiligten Regionalmächte hatten sich Ende vergangener Woche bei einer Syrien-Konferenz in München auf die Hilfslieferungen geeinigt. Der neue UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sprach am Mittwoch bei einem Besuch in Berlin von einem „kleinen Fenster der Gelegenheiten“, das durch die Vereinbarungen der jüngsten Syrien-Konferenz in München entstanden sei. „Ich denke, es wird kompliziert bleiben“, sagte der italienische UN-Diplomat. „Aber jeder Fortschritt ist ein Fortschritt.“

          Aktivisten: 500 Kämpfer überqueren türkisch-syrische Grenze

          Mindestens 500 bewaffnete Kämpfer haben nach Angaben von Aktivisten am Mittwoch die türkisch-syrische Grenze überquert, um den Fall der Stadt Asas in der Provinz Aleppo zu verhindern. Dies teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, deren Angaben von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen sind, am Mittwoch mit. Demnach passierten die Kämpfer, den Angaben zufolge sowohl Rebellen als auch Islamisten, „unter Aufsicht der türkischen Behörden“ den Grenzübergang Bab Al Salam.

          Bereits am Sonntag hatten laut der Beobachtungsstelle knapp 350 Kämpfer mit schwerem und leichtem Gerät zur Verstärkung die türkisch-syrische Grenze passiert. Die der syrischen Opposition nahestehende Organisation mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk vor Ort.

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          In der nördlichen Provinz Aleppo, lange Zeit eine Hochburg der Rebellen, läuft derzeit eine Offensive der syrischen Regierungstruppen mit Unterstützung russischer Luftangriffe. Auch die Kurden rücken dort vor. Die Rebellen halten nun nur noch die Stadt Asas unweit der Grenze zur Türkei und weiter im Süden Marea.

          In den vergangenen Tagen konnten die von den Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) die Stadt Tall Rifaat nahe der türkischen Grenze einnehmen. Die türkische Armee setzte den Beschuss der kurdischen Stellungen in Syrien fort. Ankara befürchtet ein weiteres Erstarken der Kurden in Syrien und letztlich die Ausrufung eines autonomen Kurdenstaats an der türkischen Grenze.

          Israel greift offenbar Armee-Stellungen an

          Unterdessen hat Israel nach Angaben von Aktivisten abermals Stellungen der syrischen Armee nahe der Hauptstadt Damaskus angegriffen. Die Angriffe seien am Mittwochabend im Süden der syrischen Hauptstadt erfolgt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

          Die israelische Luftwaffe hat laut Medienberichten schon mehrfach Angriffe auf Ziele im Grenzgebiet Syriens und des Libanon geflogen, um die Lieferung von hochentwickelten Waffen an die schiitische Hisbollah-Miliz zu unterbinden. Die radikalislamische Miliz steht dem syrischen Präsidenten Baschar Al Assad nahe. Israel nimmt zu den Berichten über Angriffe in der Regel keine Stellung.

          Am 20. Dezember war das ranghohe Hisbollah-Mitglied Sami Kantar bei einem israelischen Luftangriff nahe Damaskus getötet worden.

          Quelle: rad./dpa/AFP

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