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Allensbach-Umfrage : Das Sicherheitsgefühl der Deutschen erodiert

  • -Aktualisiert am

Polizisten während des Amoklaufs in München Bild: dpa

Die Deutschen fühlen sich zunehmend vom Terror bedroht. Ihre Freiheiten wollen sich die Bürger aber nicht nehmen lassen - zeigt eine Studie des Allensbach-Instituts im Auftrag der F.A.Z.

          Unter dem Eindruck der plötzlichen Häufung von Anschlägen und Amokläufen in den vergangenen Wochen ist das Sicherheitsgefühl der Bürger weiter erodiert. Die meisten waren zwar keineswegs überrascht. Schon im Frühjahr war die überwältigende Mehrheit überzeugt, dass Deutschland nicht von Anschlägen verschont bleiben würde und akut bedroht sei. 72 Prozent fürchteten zu diesem Zeitpunkt, dass es in Deutschland in nächster Zeit zu Anschlägen kommen würde. Die Gefahren, die in Deutschland von radikalen islamischen Gruppierungen ausgehen, wurden schon seit Jahren von der großen Mehrheit außerordentlich ernst genommen. Am Ende des vergangenen Jahrzehnts hielten 55 Prozent die Gefahren, die von diesen Gruppen in Deutschland ausgehen, für groß, 2014 waren es bereits 63 Prozent. Aktuell schätzen 77 Prozent dieses Gefahrenpotential als hoch ein.

          Die Gefahren rücken jedoch nach dem Empfinden der Bürger immer näher. Vor zehn Jahren konnten sich die meisten nicht vorstellen, dass der Terror sie einmal unmittelbar betreffen könnte. Schon im letzten Jahr waren nur noch 46 Prozent sicher, dass Terroranschläge eine ferne Gefahr sind, die sie nicht unmittelbar betrifft; jetzt fühlen sich nur noch 29 Prozent sicher. 70 Prozent kalkulieren heute die Möglichkeit ein, Opfer eines Terroranschlags zu werden, 16 Prozent fühlen sich sogar akut bedroht.

          Die Strategie des heutigen Terrorismus, wahllos auf eine möglichst große Zahl von Opfern zu setzen, lässt vielen öffentliche Räume und Menschenansammlungen plötzlich unheimlich und bedrohlich erscheinen. 42 Prozent der Bevölkerung haben sich in letzter Zeit an Orten, an denen viele Menschen unterwegs sind – wie Innenstädte, Bahnhöfe oder Volksfeste –, aus Angst vor Anschlägen und Gewalttaten unsicher gefühlt.

          Bild: F.A.Z.

          Die wachsende Terrorangst trifft auf ein gesellschaftliches Klima, das bereits seit Jahren von Verunsicherung geprägt ist. 2011 fürchteten lediglich 29 Prozent der Bürger, sie könnten Opfer eines Verbrechens werden; 2014 galt dies bereits für 45 Prozent, aktuell für 64 Prozent. Die Politik hat erst relativ spät registriert, dass innere Sicherheit für die Bürger immer mehr zum Thema wurde. Das gilt besonders für Frauen, deren Bedrohungsgefühl überdurchschnittlich angestiegen ist. 41 Prozent der männlichen Bevölkerung, aber nur 26 Prozent der Frauen fühlen sich vor Verbrechen weitgehend sicher. Auch die Sorge, Opfer eines Terroranschlags zu werden, bewegt Frauen noch mehr als Männer.

          Die überwältigende Mehrheit befürchtet, dass die Anschläge der vergangenen Monate nur der Anfang einer Anschlagsserie waren. 73 Prozent sind davon überzeugt; 62 Prozent haben mittlerweile das Gefühl, dass Terror und Gewalt zu unserem Alltag gehören. Die Mehrheit fürchtet, dass Sicherheit und Sicherheitsgefühl endgültig der Vergangenheit angehören; 58 Prozent glauben: „Wir werden nie mehr so sicher leben können wie früher.“

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          Brisant ist für die Regierungskoalition, dass knapp die Hälfte der Bevölkerung eine Verbindung zwischen den vermehrten Risiken und der Flüchtlingspolitik herstellt. So sind 47 Prozent überzeugt, dass die Terrorrisiken geringer wären, wenn Deutschland nicht eine so große Zahl von Flüchtlingen aufgenommen hätte. Noch am wenigsten stellen Anhänger der Grünen hier eine direkte Verbindung her, weit überdurchschnittlich dagegen die Anhänger der AfD: 85 Prozent von ihnen sehen einen Zusammenhang von Flüchtlingswelle und Terrorrisiken, von den Anhängern der Grünen 30 Prozent.

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