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Sorge vor Anschlägen : Deutsche Behörden fahnden nach aktiver Terrorgruppe

  • Aktualisiert am

Polizisten im leeren Stadion von Hannover, nachdem das Fußball-Länderspiel gegen die Niederlande am 17. November abgesagt worden war Bild: dpa

Nachdem offenbar ein geplanter Anschlag durch die Absage des Länderspiels in Hannover vereitelt wurde, suchen die Sicherheitsbehörden weiter nach Verdächtigen. Die Gruppe könne immer noch zuschlagen, erfuhr die F.A.S.

          Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass die Gruppe, die einen Anschlag auf das Länderspiel Deutschland-Niederlande am vergangenen Dienstag plante, tatsächlich besteht und immer noch zuschlagen könnte. Es handele sich anscheinend um einen minutiös geplanten Terrorangriff, der kurzfristig durch die Absage des Spiels gescheitert sei, erfuhr die „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.) aus Sicherheitskreisen.

          Der französische Geheimdienst hatte dem Verfassungsschutz berichtet, eine Terroristengruppe wolle fünf Bomben in Hannover zünden, drei davon im Stadion, eine an einer Bushaltestelle und eine an einem Bahnhof. Es wurden auch Details zu den Mitgliedern der Gruppe mitgeteilt, darunter Namen. Wie die F.A.S. erfuhr, sind diese Namen den Sicherheitsbehörden bisher nicht bekannt gewesen. Man versuche nun, diese Personen zu finden. Dazu werden sogenannte Gefährder beobachtet.

          Zwar wurde in Hannover kein Sprengstoff gefunden. Doch das könne damit zusammenhängen, dass das Spiel so rechtzeitig abgesagt wurde, dass die Gruppe ihre Anschläge verschoben habe, heißt es. Die Ermittlungen in dem Fall hat der Generalbundesanwalt übernommen, für ihn soll das Bundeskriminalamt tätig werden. Es wird davon ausgegangen, dass das BKA auch zur Gefahrenabwehr tätig sein wird, wie es nach der Novelle des BKA-Gesetzes im Fall von internationalem Terrorismus möglich ist.

          Die Gefahr eines Anschlags in Deutschland wird in den Sicherheitsbehörden weiter als hoch eingeschätzt. „Mehrere Terroristen, die in Frankreich zuschlugen, waren Einheimische, und mehrere waren Syrien-Rückkehrer. Beides trifft auch auf viele radikale Islamisten in Deutschland zu. Deshalb ist die Gefahr groß, dass wir auch hier einen ähnlichen Anschlag erleben könnten“, sagte ein hoher Sicherheitsbeamter der F.A.S.

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