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Offensive im Westen Mossuls : Irakische Einheiten wollen IS-Versorgungswege abschneiden

  • Aktualisiert am

Im Südosten Mossuls: kurdische Peschmerga-Kämpfer Bild: dpa

Irakische Spezialeinheiten haben eine Offensive im Westen Mossuls begonnen, um den Belagerungsring um die Stadt enger zu ziehen. Auch schiitische Milizen sind beteiligt.

          Mit einer Offensive im Westen von Mossul haben irakische Spezialeinheiten am Samstag den Belagerungsring um die von der Dschihadistenmiliz IS kontrollierten Stadt enger gezogen. Mit dem Angriff sollten die Versorgungswege der Miliz „Islamischer Staat“ (IS) von Mossul zur syrischen IS-Hochburg Raqqa gekappt werden, sagte der Sprecher der Spezialeinheiten, Ahmed al-Assadi, der Nachrichtenagentur AFP.

          Zugleich solle der Belagerungsring um Mossul enger gezogen und die Stadt Tal Affar zurückerobert werden, sagte der Sprecher der schiitischen Milizen Haschd al-Schaabi (Volksmobilisierungseinheiten). Tal Afar ist eine Hochburg des sogenannten IS und liegt westlich von Mossul, das seit 2014 von den Extremisten beherrscht wird.

          Das Vorrücken der schiitischen Milizen dürfte allerdings in der Türkei Sorgen auslösen, denn Tal Afar liegt nahe der Grenze. Die Regierung in Ankara befürchtet, dass der Einsatz schiitischer Milizen in der sunnitisch geprägten Region zu Kämpfen zwischen den Religionsgruppen führen könnte. Zudem leben in der Region auch Turkmenen, für die sich die Regierung in Ankara verantwortlich fühlt. Die Schiiten stellen die Mehrheit der Bevölkerung im Irak, doch im Norden und Westen leben überwiegend Sunniten.

          Die Vereinten Nationen werfen den schiitischen Milizen Übergriffe auf Sunniten vor. So sollen sie mehr als 640 sunnitische Männer und Jugendliche aus der ehemaligen IS-Hochburg Falludscha verschleppt haben. 50 von ihnen seien erschossen oder zu Tode gefoltert worden.

          Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht von schweren Verstößen gegen die Menschenrechte und von Kriegsverbrechen gegen Zivilisten, die vor dem IS geflohen sind.

          Bei der Offensive zur Rückeroberung Mossuls waren die irakischen Streitkräfte und kurdischen Peschmerga bislang von Norden, Osten und Süden auf die Stadt Mossul vorgerückt.

          Am Freitag hatten die irakischen Streitkräfte bei ihrem Vormarsch eine Kampfpause eingelegt. Der Sprecher der Militärkoalition, der amerikanische Oberst John Dorrian, sagte in einer Videokonferenz mit Journalisten in Washington, die irakischen Verbände gruppierten sich neu und stellten sich auf die Kampfmethoden der Mossul kontrollierenden IS-Miliz ein.

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