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Junge Muslime : Arabische Jugend lehnt den „Islamischen Staat“ ab

Junge Ägypter in Kairo Bild: AFP

Die Religion habe „ein zu großes Gewicht“ in ihrer Region, finden die meisten jungen Araber in einer aktuellen Studie – der „Islamische Staat“ stößt auf breite Ablehnung. Was sind die Sorgen dieser Generation?

          Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) stößt unter Jugendlichen in der arabischen Welt auf breite Ablehnung. Das zeigt die Studie Arab Youth Survey 2016, die am Dienstag in Dubai vorgestellt wurde. Jeder zweite Befragte bezeichnete den IS demnach als das derzeit „größte Hindernis“ für den Nahen und Mittleren Osten, und 78 Prozent gaben an, sie würden die Gruppe selbst dann nicht unterstützen, wenn diese weniger Gewalt anwendete. Ebenfalls etwa drei Viertel der Befragten glauben, dass die Dschihadisten mit ihrem Bestreben, dauerhaft ein Kalifat zu errichten, scheitern werden.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

          Für die Studie ließ die Dubaier PR-Agentur ASDA’A Burson-Marsteller zu Jahresbeginn 3500 Araber zwischen 18 und 24 Jahren in 16 Ländern der Region befragen, darunter die Maghrebstaaten, die Golfstaaten, Ägypten und Irak. Die Umfrage wird seit 2008 jedes Jahr durchgeführt, um die Einstellungen der am stärksten wachsenden Bevölkerungsgruppe in Erfahrung zu bringen: Etwa die Hälfte der knapp vierhundert Millionen Araber ist jünger als 25 Jahre. Zugleich sind junge Menschen in der arabischen Welt häufig marginalisiert.

          Kritische Sicht auf den Islam

          Das spiegelt sich in der Sorge um die eigene Zukunft wider. Laut der Studie sind 37 Prozent der jungen Araber der Ansicht, ihre Länder böten ihnen keine guten Berufsaussichten. Im Bürgerkriegsland Jemen sind es sogar 82 Prozent, im politisch stabileren Tunesien noch 56 Prozent. Knapp ein Viertel der Befragten glaubt, dass es vor allem der Mangel an Arbeitsplätzen sei, der junge Menschen in die Arme des IS treibt.

          Die Rolle des Islams wird von arabischen Jugendlichen kritisch gesehen: Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, Religion habe ein zu großes Gewicht in der Region. Das Verhältnis zwischen Sunniten und Schiiten empfindet fast die Hälfte der Befragten als verschlechtert gegenüber 2011, und nahezu drei Viertel sahen darin einen Hauptgrund für die Unruhen in der Region. Deutliche Unterschiede zeigen sich der Studie zufolge in der Einstellung junger Araber gegenüber den Vereinigten Staaten: Während in den Golfstaaten rund 85 Prozent Amerika als Verbündeten betrachten, sehen 93 Prozent der jungen Iraker das Land als einen Gegner an.

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