http://www.faz.net/-gpf-8cs25
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 25.01.2016, 13:18 Uhr

„Islamischer Staat“ Europol warnt vor schweren Anschlägen in Europa

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ könnte groß angelegte Anschläge verüben, warnt die europäische Polizeibehörde Europol. Der IS verfüge über „neue gefechtsartige Möglichkeiten“ und habe Europa besonders im Visier.

© AFP Ausschnitt aus dem Propagandavideo der Terrormiliz „Islamischer Staat“, in dem sich die Attentäter von Paris mit ihren Grausamkeiten brüsten

Die europäische Polizeibehörde Europol hat vor groß angelegten Anschlägen durch die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Europa gewarnt. Der IS verfüge über „neue gefechtsartige Möglichkeiten“, weltweit „eine Reihe groß angelegter Terroranschläge“ zu verüben, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright am Montag in Amsterdam. Ein dazu erstellter Europol-Bericht komme zu dem Schluss, dass die Dschihadisten „insbesondere Europa“ im Visier hätten.

Wrainwright sagte weiter, immer mehr organisierte kriminelle Banden in Europa hätten Verbindungen zum IS. „Diese Arten von kriminellen Netzwerken waren noch nie zuvor derart verbunden“, so Wrainwright. Die Entwicklung erfordere eine genaue Überwachung und ein schnelles Eingreifen durch die Polizei.

Mehr zum Thema

Der sogenannte „Islamische Staat“ hatte am Sonntag ein Video der mutmaßlichen neun Attentäter von Paris veröffentlicht. Das Video mit dem Titel „Tötet sie, wo Ihr sie findet“ wurde auf dem IS-Medienportal „Al-Hajat“ und auf islamistischen Websites gezeigt. Darin werden vier Belgier, drei Franzosen und zwei Iraker als die Täter präsentiert, die am 13. November in Paris eine Reihe von Bars und Restaurants, den Konzertsaal Bataclan sowie die Fußballarena Stade de France attackiert hatten.

Das Video zeigt die neun Dschihadisten bei Gräueltaten wie etwa Enthauptungen und Erschießungen von Geiseln sowie auch Aufnahmen von den Anschlägen in Paris und von Einsätzen französischer Sicherheitskräfte nach den Taten. Die Attentäter werden als „Löwen“ beschrieben, die „Frankreich in die Knie“ gezwungen hätten.

© reuters Angebliches IS-Video soll Paris-Attentäter zeigen

Quelle: oge./dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Film: Dschihadisten im Visier Sie nehmen, was uns zu Menschen macht

Wie verhindert man, dass junge Leute in die Fänge der Islamisten geraten? Der Kampf gegen den Todeskult ist eine Aufgabe für Generationen. Das führt uns eine Arte-Dokumentation vor Augen. Mehr Von Michael Hanfeld

24.05.2016, 16:33 Uhr | Feuilleton
Autobombe explodiert Anschlag auf Polizeiwache im Südosten der Türkei

Im Südosten der Türkei haben Extremisten erneut einen Anschlag auf eine Polizeiwache verübt. Die Autobombe ist in der Stadt Dicle explodiert. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet, 26 weitere wurden verletzt. Auch in der Stadt Gaziantep hat sich ein Attentäter in einem mit Sprengstoff beladenen Auto in die Luft gesprengt. Mehr

02.05.2016, 10:12 Uhr | Politik
IS-Terror in Irak Mehr als 60 Tote bei Anschlägen

Ziel der Anschläge in der irakischen Hauptstadt waren vor allem Märkte in schiitischen Vierteln. Mindestens eine Tat wurde von eine Selbstmordattentäterin verübt. Mehr

17.05.2016, 16:31 Uhr | Politik
Als Flüchtling in Deutschland Der Pianist aus den Trümmern

In Syrien spielte er gegen den Schrecken an, bis die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sein Klavier in Brand setzte. Aeham Ahmad wurde als Pianist aus dem Flüchtlingslager Jarmuk mit seinen bewegenden Internet-Videos international bekannt. Inzwischen lebt er als Flüchtling in Deutschland und singt bei einem Auftritt in Berlin über die verlorenen Träume der Menschen in Syrien. Mehr

15.05.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Terrorismus Zahl gefährlicher Islamisten steigt schnell an

Das BKA stuft einem Bericht zufolge mittlerweile fast 500 Personen in Deutschland als gefährliche Islamisten ein. Unterdessen hat der Islamische Staat zum muslimischen Fastenmonat Ramadan zu Anschlägen in Europa und Amerika aufgerufen. Mehr

21.05.2016, 23:14 Uhr | Politik

Nur Worte

Von Jasper von Altenbockum

Die CSU unterscheidet sich von den anderen Parteien der großen Koalition und von den Grünen nur in der Flüchtlingspolitik. Ansonsten möchte man fragen: Worüber wollen die Unionsparteien eigentlich streiten? Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden