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Offensive auf Mossul : Erdogan besteht auf türkischer Teilnahme

  • Aktualisiert am

Peschmerga auf dem Weg zur Front bei Mossul Bild: AP

Kurdische Peschmerga vermelden bei der Offensive auf Mossul erste Erfolge. Der Streit um eine türkische Teilnahme zeigt aber auch, dass die beteiligten Akteure außer dem gemeinsamen Feind IS nicht viel verbindet.

          Nach Beginn der Großoffensive auf die IS-Hochburg Mossul hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf einer Teilnahme von Truppen des Landes bestanden. „Wir werden bei der Operation dabei sein, wir werden am Tisch sitzen, es ist nicht möglich, dass wir außen vor bleiben“, sagte Erdogan am Montag bei einer Rede auf dem internationalen Juristenkongress in Istanbul. Zugleich warnte er: „Wir sind nicht verantwortlich für mögliche Konsequenzen einer Operation, an der die Türkei nicht teilnimmt.“

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          In der Nacht zu Montag hatte die irakische Armee mit Unterstützung kurdischer Peschmerga eine Offensive auf Mossul begonnen, um die Stadt von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu befreien. Die sunnitisch geprägte Millionenstadt unweit der Grenze zur Türkei ist die letzte Bastion der Extremisten im Irak.

          Panzer der irakischen Armee
          Panzer der irakischen Armee : Bild: AFP

          Kurdische Peschmerga-Kämpfer vermeldeten am Montagmorgen erste Erfolge. Sie hätten sieben Dörfer rund 40 Kilometer östlich der Stadt eingenommen und rückten weiter auf Mossul vor, teilte Peschmerga-Sprecher Hikmat Halgord mit. Nach Angaben des kurdischen Generalkommandos zufolge beteiligen sich rund 4000 Peschmerga an der Offensive. Sie unterstützen die irakische Armee und Polizei, die in Mossul einrücken sollen. Die kurdischen Kämpfer werden unter anderem von der Bundeswehr ausgebildet. Die Bundesregierung hat ihnen zudem Waffen geliefert, darunter Panzerabwehrraketen vom Typ „Milan“, Panzerfäuste sowie mehr als 20.000 Sturmgewehre und Munition.

          Die amerikanische Regierung sprach von einem „entscheidenden Moment“ im Kampf gegen den IS. Hilfsorganisationen sehen durch die Offensive jedoch mehr als eine Millionen Zivilisten in Gefahr und forderten für diese sichere Fluchtwege.

          Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi sagte in einer kurzen Fernsehansprache, die Stunde des Sieges sei gekommen. „Die Operation zur Befreiung Mossuls hat begonnen“, sagte er. Al-Abadi rief die Bürger von Mossul dazu auf, mit den irakischen Streitkräften zu kooperieren. Der IS hatte bei seinem Einmarsch in Mossul vor mehr als zwei Jahren unter der Bevölkerung Rückhalt gefunden. „Sehr bald werden wir unter Euch sein, um die irakische Flagge zu hissen“, sagte Al-Abadi. 2016 werde das Jahr sein, in dem der IS besiegt werde.

          Nach Luftangriffen auf IS-Stellungen in Mossul steigt Rauch auf.
          Nach Luftangriffen auf IS-Stellungen in Mossul steigt Rauch auf. : Bild: AP

          Mossul ist die letzte Bastion des IS im Irak. Die Millionenstadt unweit der Grenze zur Türkei steht seit Juni 2014 unter Kontrolle der Extremisten. Von Mossul aus überrannte der IS weite Teile des Landes. Inzwischen hat er viele dieser Gebiete wieder eingebüßt. Im Nachbarland Syrien beherrscht die sunnitische Miliz jedoch weiter große Landstriche, steht dort aber ebenfalls unter Druck.

          Die Türkei hat gegen den Willen der irakischen Regierung in Baschika nahe Mossul Soldaten stationiert. Sie bilden dort Peschmerga und sunnitische Milizen aus. Der Irak fordert den Abzug der türkischen Soldaten. Erdogan betonte am Montag abermals: „Niemand soll von uns erwarten, dass wir Baschika verlassen.“

          Bild: F.A.Z.

          Quelle: dpa

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