http://www.faz.net/-gpf-8c7a0

Terror-Ermittlungen : Angreifer von Paris wohnte in Asylunterkunft in Recklinghausen

  • Aktualisiert am

Die Pariser Polizei sichert am Donnerstag den Tatort Bild: dpa

Der Mann, der in Paris mit einem Beil auf Polizisten losging und daraufhin erschossen wurde, lebte in einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen. Er soll dort mit einer Fahne des Islamischen Staat posiert haben.

          Der am Donnerstag beim Angriff auf Pariser Polizisten erschossene Mann hat nach offiziellen Angaben in einer Asylbewerberunterkunft in Nordrhein-Westfalen gewohnt. Er lebte in einer Wohnung auf dem Gelände einer Unterkunft in Recklinghausen, wie das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) am späten Samstagabend mitteilte.

          Einsatzkräfte der Polizei hätten die Wohnung am Samstag unter LKA-Leitung untersucht. Vorausgegangen seien Hinweise französischer Sicherheitsbehörden. Der Mitteilung zufolge ergaben sich nach bisherigen Erkenntnissen keine Hinweise auf weitere mögliche Anschläge.

          Bekenntnis zum Islamischen Staat

          Der Mann war am Donnerstag – dem ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ – auf zwei Polizisten zugelaufen, hatte „Allah ist groß“ gerufen und ein Schlachterbeil gezogen. Die Beamten erschossen ihn. Ermittler fanden bei ihm ein Bekenntnis zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und in seinem Handy eine deutsche Sim-Karte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordversuchs und Terrorismus.

          Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise schreibt, war der Mann in der Bundesrepublik unter vier verschiedenen Namen registriert, Asyl habe er unter dem Namen Walid Salihi beantragt. In einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen habe er im September 2015 das Zeichen des IS an die Wand gemalt. Die in Deutschland angegebenen Staatsangehörigkeiten waren der Zeitung zufolge mal syrisch, mal marokkanisch, mal georgisch. Der Mann sei dort zudem mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.

          In Frankreich hatte sich der Mann laut Staatsanwalt bei einer früheren Kontrolle als Marokkaner ausgegeben. In einem bei ihm gefundenen Schreiben nannte er dagegen einen anderen Namen und bezeichnete sich als Tunesier - als dieser soll er französischen Medien zufolge auch von seinem Umfeld erkannt worden sein. Seine tatsächliche Identität ist aber noch nicht offiziell bestätigt.

          Paris : Polizeiwachen-Angreifer lebte in Deutschland

          Nach Informationen des Nachrichtenportals „Spiegel Online“ posierte der Mann in seiner nordrhein-westfälischen Flüchtlingsunterkunft mit einer IS-Fahne. Die Landesbehörden stuften ihn demnach als Verdachtsfall ein, doch im Dezember 2015 verschwand er spurlos aus Recklinghausen.

          Quelle: sreu./dpa

          Weitere Themen

          Per Bulldozer ins Massengrab Video-Seite öffnen

          Tote IS-Kämpfer : Per Bulldozer ins Massengrab

          Das sogenannte Kalifat der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien bröckelt immer weiter. Das Schicksal der getöteten Kämpfer sorgt bei den Menschen vor Ort nicht für Mitleid: Im irakischen Dhuluijah sind die Verstorbenen mit Bulldozern in Massengräbern am Stadtrand verscharrt worden, nachdem die Leichen offen herumgelegen hatten.

          Misshandelter Elfjähriger gestorben

          Neuss : Misshandelter Elfjähriger gestorben

          Von seinen Eltern konnte ein schwer verletzter Junge in Neuss noch wiederbelebt werden, nun ist der Elfjährige im Krankenhaus gestorben. In dem zunächst mysteriösen Fall gibt es jetzt einen Verdächtigen.

          Michael Fassbender unterwegs in Norwegen Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Schneemann“ : Michael Fassbender unterwegs in Norwegen

          Mit „Schneemann“ kommt die erste internationale Verfilmung von Jo Nesbøs Krimi-Reihe um den norwegischen Ermittler Harry Hole ins Kino. Im Film soll es Superstar Michael Fassbender richten und eine verzwickte Mordserie aufdecken.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.