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Terror in Brüssel : Die Spur führt nach Paris

Hatte wie seine beiden Komplizen offenbar Verbindungen zu den Attentätern von Paris: einer der drei mutmaßlichen Terrroristen vom Brüsseler Flughafen, die mittlerweile wohl identifiziert sind Bild: dpa

Die Hinweise, dass die Attentäter von Brüssel Verbindungen zu den Anschlägen von Paris hatten, verdichten sich. Es sei denkbar, dass es sich um dasselbe Terrornetzwerk handele, sagt Frankreichs Premierminister Valls. Darauf weisen viele Indizien hin.

          Der französische Premierminister Manuel Valls hat am Mittwochmorgen die mögliche Verbindung der Selbstmordattentäter von Brüssel zur den Terrorkommandos von Paris hervorgehoben. In einem Gespräch mit dem Radiosender Europe 1 sagte der Regierungschef, es sei nicht auszuschließen, dass das gleiche Terrornetzwerk die Anschläge vom 13. November und vom 22. März verübt habe. „Über 30 Personen sind inzwischen identifiziert, die in Verbindung mit den Attentaten von Paris standen. Elf sind tot, zwölf sind hinter Gittern, nach den anderen wird noch gefahndet“, sagte Valls. Er wolle aber den Ermittlungsteams von Polizei und Justiz nicht vorgreifen. Valls wird am Mittag in Brüssel erwartet, wo er unter anderem mit dem belgischen Premierminister Charles Michel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zusammentrifft.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die mutmaßlichen Selbstmordattentäter vom Flughafen in Brüssel, die Brüder Khalid und Ibrahim el Bakraoui, waren seit dem Schusswechsel in der Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest am 15. März gesucht worden. Ein belgisch-französisches Ermittlungsteam hatte in der Wohnung mehrere mutmaßliche Terroristen überrascht, darunter Salah Abdeslam und mutmaßlich auch einen der El Bakraoui-Brüder. Beiden Männern war zunächst die Flucht über das Dach gelungen. Salah Abdeslam, einer der Attentäter von Paris, war am vergangenen Freitag gefasst worden.

          Laut Informationen französischer Medien hatte Khalid el Bakraoui unter einem Decknamen die Wohnung in Forest angemietet. In dem Versteck waren große Mengen Munition, Waffen und Zünder gefunden worden. Khalid el Bakraoui soll kurz vor den Attentaten von Paris, am 3. September 2015, eine Mietvertrag für eine Wohnung in Charleroi unter dem Decknamen Ibrahim Maaroufi unterzeichnet haben. In der Wohnung in Charleroi stießen die Ermittler im Dezember auf Fingerabdrücke des mutmaßlichen Drahtziehers der Paris-Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, sowie auf Fingerabdrücke von Bilal Hafdi, einem der Selbstmordattentäter vom Stade de France. Nach Erkenntnissen der französischen Polizei deutet alles darauf hin, dass die Wohnung in Charleroi einem Teil der künftigen Attentäter als Versteck diente, von dem aus sie die Anschläge planten. Die el Bakraoui-Brüder sind in Brüssel aufgewachsen und mehrfach vorbestraft. Ibrahim el Bakraoui war 2010 zur einer Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er bei einem Raubüberfall mit einer Kalaschnikow auf einen Polizisten geschossen hatte.

          Valls: „Ein Krieg, für den wir einen langen Atem brauchen“

          Auf eine Verbindung zu den Attentätern von Paris weist auch die mögliche Beteiligung von Najid Laachraoui an den Anschlägen in Brüssel hin. Belgische Medien berichteten am Dienstagmorgen, Laachraoui sei bereits festgenommen worden, zogen diese Meldung später aber wieder zurück. Die belgische Staatsanwaltschaft machte zu Laachraoui zunächst keine Angaben.

          Der 24 Jahre alte Laachraoui gilt als „Sprengmeister“ der Terrorkommandos, er soll die Sprengstoffgürtel hergestellt haben, welche die Selbstmordattentäter von Paris benutzten. Laachraoui war unter seinem Decknamen Soufiane Kayal am 9. September 2015 an der österreichisch-ungarischen Grenze kontrolliert worden. In seiner Begleitung waren Salah Abdeslam sowie der Algerier Mohamed Belkaid, der bei der Durchsuchung des Terroristenverstecks in Forest getötet wurde. Französischen Ermittler gehen davon aus, dass Laachraoui und Belkaid die Anschläge in Paris von Brüssel aus koordinierten. Belkaid erhielt am Abend des 13. November nachweislich eine SMS von den Bataclan-Attentätern. „Wir sind los, wir fangen an“, stand darin.

          Eine Überwachungskamera zeichnete die drei Männer am Dienstagmorgen vor den Explosionen am Flughafen auf

          Premierminister Valls sagte am Mittwoch, die Auftraggeber für die Anschläge seien in Syrien. „Wir wissen, dass der Islamische Staat Kommandos organisiert, um Europa zu treffen“, sagte Valls.  Europa stehe in einem Krieg mit einer neuen Dimension. „Es ist ein Krieg, für den wir einen langen Atem brauchen“, so der Premierminister.

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