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Veröffentlicht: 06.08.2016, 06:22 Uhr

Anleitung per Chat gegeben Saudi-Arabien verspricht Hilfe bei Suche nach IS-Hintermännern

Die Attentäter von Würzburg und Ansbach hatten Kontakt zu Nummern aus Saudi-Arabien. Die Regierung dort will nun helfen, die Anstifter der Anschläge zu finden.

© dpa Ermittler der Polizei arbeiten am Tatort des Bombenanschlags im bayerischen Ansbach.

Die saudiarabische Regierung hat einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge eine umfassende Zusammenarbeit mit Deutschland bei den Ermittlungen nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach angekündigt. Ein ranghoher Regierungsmitarbeiter in Riad sagte dem Magazin, die Deutschen sollten bei der Suche nach möglichen Hintermännern der Anschläge unterstützt werden. Demnach sind die saudiarabischen Behörden bereits in Kontakt mit ihren deutschen Kollegen.

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„Gemeinsam werden wir alles tun, um die Hintergründe der Anschläge aufzuklären“, hieß es dem Bericht zufolge aus der Regierung in Riad.

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatten sowohl der Attentäter, der in Ansbach eine selbstgebaute Bombe zündete, als auch ein junger Flüchtling, der in einem Regionalexpress bei Würzburg mit einer Axt auf Mitreisende einschlug, bis kurz vor den Taten engen Kontakte zu möglichen Hintermännern der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). Ermittler fanden mehrere Telefonnummern, die solche Kontakte belegen. Es waren offenbar auch Nummern aus Saudi-Arabien dabei. Daraus lässt sich allerdings noch nicht automatisch auf die Herkunft oder den Aufenthaltsort der Kontaktpersonen schließen. Die Gespräche können auch aus einem anderen Land als Saudi-Arabien geführt worden sein.

„Nicht nur inspiriert, sondern instruiert"

Wegen der Chat-Spuren, welche die Ermittler mittlerweile rekonstruieren konnten, vermuten die deutschen Behörden, dass die beiden Männer von den Unbekannten nicht nur inspiriert, sondern regelrecht bis zu den Taten instruiert worden waren.

In den Chats hatte ein IS-Kontaktmann dem vermutlich aus Afghanistan stammenden 17 Jahre alten Attentäter von Würzburg vorgeschlagen, mit einem Auto in eine Menschenmenge zu fahren. Dieser habe das mit der Begründung abgelehnt, dass er keinen Führerschein besitze. Stattdessen hatte der Flüchtling am 18. Juli bei Würzburg fünf Menschen mit einer Axt schwer verletzt, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

Selbstmord war nicht eingeplant

Bei dem aus Syrien stammenden Attentäter von Ansbach gehen die Behörden zufolge davon aus, dass sein Tod am 24. Juli ein Unfall war. Er habe vermutlich den Rucksack, den er mit selbst hergestelltem Sprengstoff gefüllt hatte, in einer Menschenansammlung des Festivals abstellen und aus der Ferne zünden sollen.

Kurz vor dem Anschlag habe sein Chatkontakt ihn aufgefordert, die Detonation und das anschließende Inferno zu filmen und dem IS zu schicken, hieß es. Doch der Sprengsatz explodierte offenbar vorzeitig, tötete ihn und verletzte 15 Menschen. In beiden Fällen ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen eines Terrorverdachts.

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Von Reinhard Müller

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Quelle: wahlrecht.de
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