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Kalifornien Schwarzenegger bekommt starken Gegenwind zu spüren

04.10.2003 ·  Hollywoodstars und Frauenrechtlerinnen schalten Anzeigen, um eine Wahl Arnold Schwarzeneggers zum neuen Gouverneur von Kalifornien in letzter Minute zu verhindern.

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Nach mehreren Vorwürfen wegen sexueller Belästigung gegen Arnold Schwarzenegger haben Frauenrechtlerinnen in einer Anzeigenkampagne dazu aufgerufen, eine Wahl des Schauspielers zum neuen Gouverneur Kaliforniens am kommenden Dienstag zu verhindern. Sechs Frauen hatten in der „Los Angeles Times“ berichtet, sie seien von dem Hollywoodstar begrapscht worden. Der Zeitung zufolge ereignete sich die Vorfälle zwischen den 70er Jahren und 2000.

Schwarzeneggers Wahlkampfsprecher Sean Walsh sagte der „Los Angeles Times“, die Demokraten führten eine Verleumdungskampagne gegen den republikanischen Gouverneurskandidaten. Gouverneur Gray Davis erklärte, die Vorwürfe reichten aus, um seinen Rivalen zu disqualifizieren. Action-Star Schwarzenegger hatte auf einer Wahlkampfveranstaltung schlechtes Benehmen gegenüber einigen Frauen eingeräumt und sich dafür entschuldigt.

Angeblich Bewunderung für Hitler geäußert

Zusätzlich zum Skandal um sexuelle Übergriffe muß Schwarzenegger sich gegen den Vorwurf wehren, er habe in einem Interview vor 28 Jahren Bewunderung für Adolf Hitler bekundet. Der amerikanische Fernsehsender ABC hatte berichtet, Schwarzenegger habe 1975 auf die Frage, wer seine Helden seien, geantwortet: „Ich habe zum Beispiel Hitler bewundert, weil er als kleiner Mann mit fast überhaupt keiner Bildung nach oben an die Macht gekommen ist.“ „Ich kann mich an keine dieser Bemerkungen erinnern, weil ich immer alles verachtet habe, was Hitler verkörpert hat“, sagte Schwarzenegger.

Vertreter jüdischer sowie muslimischer Gemeinschaften sprachen sich nach Bekanntwerden dieser Vorwürfe ebenfalls gegen Schwarzenegger aus. Es könne keine Entschuldigung dafür geben, jemanden zu loben, der sechseinhalb Millionen Juden getötet habe, erklärte eine Überlebende des Holocausts.

George Butler, aus dessen Aufzeichnungen die umstrittene Äußerung Schwarzeneggers stammt, verteidigte den Schauspieler ebenfalls. Die Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen und nicht korrekt wiedergegeben worden, sagte er. Auch ein Mentor Schwarzeneggers, der ehemalige Präsident des österreichischen Bundesrates Alfred Gerstl, verteidigte ihn. In der Online-Ausgabe der Zeitschrift „NU“, die von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien herausgegeben wird, beschrieb er, wie der damals 17jährige Bodybuilder in seiner Heimatstadt Graz dank seiner Muskelkraft einen Aufmarsch von Neonazis verhindert habe.

Hollywood-Stars unterstützen Demokraten Davis

Dutzende Hollywood-Größen bekundeten in einer ganzseitigen Anzeige im Fachblatt „Variety“ ihre Unterstützung für den Demokraten Davis. Schauspieler wie Richard Dreyfuss, Danny Glover, Barbra Streisand, Larry David, Cybill Shepherd und Pierce Brosnan riefen die Leser dazu auf, eine Abwahl Davis' zu verhindern. „Macht mit“, heißt es in der Anzeige von 46 Schauspielern, Produzenten, Drehbuchautoren und Studiochefs. „Stimmt bei der Abwahl mit Nein.“ In der Anzeige namentlich erwähnt werden auch Amy Pascal, der Vorsitzende von Sony Columbia Pictures, und Ron Meyer, Präsident von Vivendi Universal Entertainment, in deren Verleih mehrere Filme von Arnold Schwarzenegger liefen.

Schwarzenegger tritt bei der Wahl am Dienstag als Kandidat der Republikaner für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien an. Entschieden wird sowohl über eine Abwahl von Amtsinhaber Gray Davis als auch über seinen - wahrscheinlichen - Nachfolger. Schwarzenegger lag als Bewerber in den jüngsten Umfragen vorn.

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Von Günther Nonnenmacher

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