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Kämpfe in Kongo Gespannte Ruhe in Kinshasa

23.08.2006 ·  Die Waffenruhe zwischen den Truppen des kongolesischen Präsidenten Kabila und seines Herausforderers Bemba scheint zu halten, die Lage in der Hauptstadt hat sich beruhigt. In den Straßen liegen zahlreiche Leichen.

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Nach den Kämpfen der vergangenen Tage hat sich die Lage in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa am Mittwoch nach Angaben der EU-Truppe Eufor entspannt. „Der Frieden scheint zu halten“, sagte Eufor-Sprecher Oberstleutnant Peter Fuss. In der Stadt sei es ruhig, das normale Leben beginne wieder. Deutsche Fallschirmjäger, polnische Militärpolizei sowie spanische und französische Eufor-Soldaten seien rund um die Uhr auf Patrouille, um die Waffenruhe zu überwachen.

Nach Vermittlung durch die UN-Mission für Kongo, Monuc, und mehrere europäische Botschaften war am späten Dienstag abend eine Waffenruhe zwischen den Truppen des kongolesischen Präsidenten Kabila und seines Herausforderers Bemba in Kraft getreten. Es war vereinbart worden, sich auf die vorherigen Positionen zurückzuziehen. Gemeinsame Patrouillen der EU, der UN und der Sicherheitskräfte der beiden Kandidaten in der Präsidentenwahl sollten die Waffenruhe überwachen.

Auf den Straßen des umkämpften Stadtteils Gombe im Zentrum von Kinshasa lagen am Dienstag nachmittag zahlreiche Leichname, während dort Panzer der UN-Truppe aufzogen. Ein Monuc-Sprecher sagte, Vorsichtsmaßnahmen reichten nicht mehr aus. „Es wird notwendig, Teile der Stadt zu sichern.“ Die EU-Truppe hatte wegen der anhaltenden Gefechte ihre Kräfte verstärkt: Am Dienstag trafen 131 deutsche Fallschirmjäger in Kinshasa ein.

UN-Sicherheitsrat „ernsthaft besorgt“

Die EU und die Vereinten Nationen hatten von den Gegnern ein Ende der Gewalt gefordert. Bundesaußenminister Steinmeier (SPD) rief alle Parteien, insbesondere Kabila und Bemba, dazu auf, „der jüngsten Gewaltwelle sofort ein Ende zu setzen“.

Die Kämpfe hatten am Montag mit einem Angriff der Präsidentengarde Kabilas auf die Residenz Bembas begonnen. Zu dieser Zeit hielten sich 14 Botschafter, darunter die der Vereinigten Staaten, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens, zu Gesprächen mit Bemba in der Residenz auf. Sie mußten in den Keller des Hauses fliehen und befreit werden. (Siehe auch: Das Ende des Kongo-Traums?)

Es gebe „keine militärische Lösung für die politischen Probleme“ in Kongo, mahnte der UN-Sicherheitsrat nach einer Sondersitzung am Dienstag in New York. In einer Erklärung drückten die 15 Mitgliedstaaten „ihre ernsthafte Sorge“ über die bewaffneten Zusammenstöße in Kinshasa und über die erfolgten Plünderungen aus. Sie mahnten die „politischen Führer“ Kongos zur Zurückhaltung.

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