18.12.2003 · Krenz darf Weihnachten zu Hause feiern: Der frühere Staats- und Parteichef der DDR wird am Donnerstag nach vier Jahren vorzeitig aus der Haft entlassen.
Der letzte DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz wird am Donnerstag vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Das entschied das Berliner Kammergericht, wie Krenz-Rechtsanwalt Robert Unger erklärte. Unger nannte die Entscheidung „längst überfällig“. Krenz war bereits seit mehreren Jahren Freigänger, um tagsüber zur Arbeit gehen zu können.
Krenz hatte knapp vier Jahre seiner sechseinhalbjährigen Haftstrafe verbüßt. Im August 1997 war Krenz im Zusammenhang mit den Todesschüssen an Mauer und innerdeutscher Grenze verurteilt worden. 2001 verlor er einen Prozeß vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, in dem er das Urteil des Berliner Landgerichts anfechten wollte.
Der ehemalige SED-Politiker hatte am 13. Januar 2000 seine Haftstrafe angetreten. Eine Entlassung nach der Hälfte der Haftzeit hatte das Kammergericht im Juni 2003 abgelehnt.