14.06.2012 · Um es in der Fußballsprache zu sagen: Man muss das Spiel in die Hälfte des Gegners tragen. Deutsche Politiker sollten die EM-Spiele der DFB-Auswahl zum Anlass nehmen, um Julija Timoschenko in der ukrainischen Haft zu treffen.
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Auch wenn Einiges für diese...
...Taktik spricht, so empfand ich die Beschreibung der dürftig
besetzten Ehrentribüne beim gestrigen Schlagerspiel auch als
ziemlich wirkungsvolles Bild - selbst wenn die UEFA-Regie es einem
vorenthielt. Der Umgang des Regimes mit Frau Timoschenko und andern
ehemaligen Regierungsmitgliedern ist verwerflich, aber die Tatsache,
dass die Frau eben auch keine reine Weste hat und das Land auch nur
weiter in die Malaise führte, macht aus ihr ein sehr
zwiespältiges Symbol und auch nicht gerade das, was man
freimütig als "good company" bezeichnen könnte.
Ich halte die Taktik, den Gegner vorzuführen, indem er auf dem
Spielfeld - sprich Ehrentribüne - warten kann, bis er schwarz wird,
bis jemand von angemessenem Stand zum "Mitspielen" auftaucht,
medial viel wirkungsvoller in der heutigen Welt der Bilder. Dazu birgt
sie auch ein kleines und wohlverdientes Element Boshaftigkeit und
Häme in sich, was Präsident Janukowitsch, genau wie dem Rest
der interessierten Welt, kaum verborgen bleiben kann.
Frau Timoschenko baute ihre Macht auf und nutze dazu Erpressungsspielchen, Machtproben ...
... und die Koruption durfte ihr und ihrem Team nicht fremd gewesen sein und deswegen kann ich dieses Getue von westlich und demokratischen Staaten und den Millionen Burger - und Menschenrechtler nicht ab. Wer in der Ukraine etwas werden will, der wird es nicht mit ehrlicher Arbeit und mit gutem Studium schaffen, das ist klar und dazu gibt es noch mehrere Millionenbeispiele dazu als das es diese lacherlichen Millionen von Menschenrechtsverdreher bedarf ... schliesslich wurde Sie von dem eigenen System und der eigenen Art und Weise als Verbrecherin entlarvt und abgeurteilt und dafur sitzt Sie ins Gefangnis. Niemand wird in der Ukraine eingesperrt, ohne irgendwelche Straftaten begangen zu haben, denn soweit ist dieses Land schon nach Europa geruckt ...
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.06.2012 13:17 UhrWas Sie hier ausführen, Herr Slater,
...entspricht allem Anschein nach kaum den Tatsachen.
Meine Nachbarin, eine junge Frau aus Kiew, die vor ein paar Jahren nach
D kam, sieht die Sache völlig anders - ebenso wie ihr Vater, ein
kluger, politisch sehr interessierter Mann. Beide sagten mir
übereinstimmend, dass Frau Timoschenko, obwohl die Bevölkerung
genau wisse, dass sie ihr Vermögen zum Teil nicht auf (nach unseren
Begriffen) rechtmäßige Weise erworben habe, bei den Ukrainern
überaus beliebt sei, weil sie viel für das Volk getan und
viele Verbesserungen initiiert habe. Die Ukraine sei ein hochkorruptes
Land, so meine Nachbarin, ohne Bestechung liefe dort nichts, ob beim
Arztbesuch oder bei Behörden.Deshalb sei auch kein Politiker ohne
Fehl und Tadel. Janukowytsch habe die Verfahren gegen T. angestrengt
(und die Verurteilung bei ihm verpflichteten Richtern erreicht), weil er
sie als Konkurrentin fürchten mußte.
Ich weiß natürlich nicht, was richtig ist, aber man sollte
die Verhältnisse berücksichtigen, die dort herrschen.
Obwohl ich nicht "gern als Intellektueller gelten moechte"
Finde ich, haben die Leute, die daraufhin weisen, dass die Dame Dreck am
Stecken hat,
recht haben! Julia war die Kandidatin des Westens und ist demokratisch
abgewaehlt worden.
Dafuer kommt nicht ins Gefaengnis, aber Vorteilsnahme, Bestechung,
gravierende Fehlent-
scheidungen sollten auch bei uns geahndet werden. Dann bekaemen die
Politiker einen besseren
Ruf, und es wuerden sich mehr faehige Leute fuer die Politik zur
Verfuegung stellen.
Zustimmung zu diesem Kommentar. Ich finde es beschämend, wie das Thema Timoschenko derzeit ausgeblendet wird - sowohl von den Dumpfbacken ("jetzt ist Fußball"), als auch von den Möchtegern-Intellektuellen ("muss man sowieso differenzierter sehen, die Dame hat auch Dreck am Stecken").