17.03.2009 · Auf den Schock von Winnenden folgt eine gute Nachricht: Die Gewalt von Jugendlichen geht leicht zurück. Doch der PR-gewandte Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Pfeiffer, findet in seinen Daten dennoch einen Skandal.
Von Uta RascheAuf den Schock von Winnenden folgt eine gute Nachricht: Die Gewalt von Jugendlichen geht in Deutschland leicht zurück – auch wenn das in der Polizeistatistik anders aussieht. Eine bessere Anzeigemoral, beherztes Eingreifen von Lehrern bei Schulhofraufereien und weniger elterliche Prügel zeigen eine befriedende Wirkung.
Doch Christian Pfeiffer, der PR-gewandte Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, würde nicht so erfolgreich Drittmittel für sein überschaubares Haus einwerben, fände er in seinen Daten nicht doch einen Skandal: Demnach sollen genauso viele 15 Jahre alte Jungen rechtsextremen Gruppen angehören wie anderen politischen Parteien oder sozialen Organisationen zusammen.
Hätte Pfeiffer auch Organisationen mitgezählt, in denen sich Jugendliche sonst engagieren – Sportvereine, Feuerwehren, kirchliche Jugendverbände –, sähe das Bild gleich viel heller aus. Für die Erforschung regionaler Unterschiede ist nun eine Nachfolgestudie nötig, dann müssen Präventionsmaßnahmen untersucht werden. Alarmismus hilft, die Anschlussfinanzierung zu sichern.