21.09.2005 · Ist das schon der definitive Rückzug des prominentesten Grünen aus der Politik? Fischer ist Schröder genug, um sein Blatt bedeckt zu halten - für alle, auch unwahrscheinliche Fälle. Kanzlermacher war er immer gerne. FAZ.NET-Bildergalerie.
Am Wahlabend hatte es eine Zeitlang so ausgesehen, als seien auch die Grünen ein Opfer von Schröders Suggestivkräften geworden.
Doch der Kanzler erklärte nur sich selbst zum Sieger, nicht die rot-grüne Koalition.
Für alle Grünen, die noch von der guten alten Zeit träumten, ließ Fischer nun noch einmal den Wecker rasseln. Ein neues Kapitel werde aufgeschlagen, begründete er seinen Verzicht auf den Fraktionsvorsitz in der Opposition. Es ist verständlich, daß einer wie er, der den Großen der Welt die Hand schüttelte, nicht noch einmal von vorne anfangen will.
Doch ist das schon der Rückzug aus der Politik? Ein Verzicht auf Spitzenposten in Partei und Fraktion ist noch kein Verzicht auf ein Regierungsamt, aber ein Fingerzeig auf düstere Zeiten. Denn ohne Joschka dürften die Grünen nicht ganz so fröhlich pfeifend in die Opposition hüpfen, wie etwa Frau Roth das glauben machen will, vor allem wohl sich selbst. Vielleicht hat Joseph Fischer alles satt.
Vielleicht hat er in diesen Zeiten, in denen sogar laut über das bisher Undenkbare nachgedacht wird, aber auch Lust auf mehr. Fischer ist Schröder genug, um sein Blatt bedeckt zu halten, für alle, auch unwahrscheinliche Fälle. Kanzlermacher war er immer gerne.