09.11.2004 · Trotz der Niederlage gegen George W. Bush gibt sich John Kerry nicht geschlagen. Er will eine starke Rolle im Senat spielen und 2008 wahrscheinlich noch einmal für das Präsidentenamt kandidieren.
John Kerry erwägt offenbar einen neuen Anlauf auf das Weiße Haus im Jahr 2008. „Manchmal erlegt Dir Gott eine Prüfung auf. Ich bin ein Kämpfer, und ich habe schon früher ein Comeback geschafft“, zitierte die „Washington Post“ am Dienstag einen Kerry-Berater.
Der jüngere Bruder Cameron Kerry sagte der Zeitung „Boston Globe“, der Senator halte seine erneute Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten für durchaus vorstellbar. Es gebe keinen Grund, warum seine Niederlage gegen George W. Bush notwendigerweise das Ende seiner Ambitionen sein sollte. Jedoch sei es noch zu früh für eine Entscheidung.
Führende Rolle in der Opposition
Zunächst will Kerry seine Rolle im Senat wieder aktiver ausfüllen. Der 60 Jahre alte Politiker hofft offensichtlich, eine führende Rolle in der Opposition gegen die republikanische Kongreßmehrheit zu spielen. Außerdem will er nach Medienberichten ein politisches Aktionskomitee sowie eine Denkfabrik gründen, um seine politischen Ideen weiter zu propagieren und sich im Rampenlicht zu halten. „Er ist in der Position, eine nationale Führungsrolle einzunehmen“, sagte Cameron Kerry. Der Senator werde der Sprecher der 55 Millionen Menschen sein, die am 2. November für ihn gestimmt hätten.
Setzt Kerry die Ankündigungen in die Tat um, wäre das ein Gegensatz zum demokratischen Wahlverlierer Al Gore im Jahr 2000, der sich nach seiner Niederlage zurückgezogen hatte. Die „Washington Post“ verwies in ihrem Bericht aber auch auf demokratische Kreise, die Kerrys Plänen mit Skepsis begegneten. Sie seien der Ansicht, daß die Demokraten ein „frisches Gesicht“ für einen erfolgreichen Neubeginn benötigten.