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Johannesburg Wieczorek-Zeul erwartet „Gipfel der Taten“

26.08.2002 ·  Zehn Jahre nach dem Klimagipfel von Rio beginnt am Montag der UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg.

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Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) erwartet vom Umweltgipfel im südafrikanischen Johannesburg einen „Gipfel der Taten“. Sie rechne mit einem Beschluss über ein Aktionsprogramm für Energiezugang, Bekämpfung der Armut und sauberem Trinkwasser.

Wichtig sei, dass für die armen Länder ein Zugang zu erneuerbaren Energien festgelegt werde, da bei Nutzung alter Technik bald der ganzen Welt „die Luft“ ausgehe, sagte Wieczorek-Zeul am Montag. Ziel der EU sei es, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2010 weltweit auf 15 Prozent zu steigern.

Im Zentrum der Kritik: die USA

Diese Pläne würden jedoch durch die ölfördernden Länder und vor allem durch die USA als dem größten Verursacher von CO2-Emissionen gebremst. „Es geht nicht, dass ein solch großes Land sich seiner Verantwortung entzieht“, kritisierte Wieczorek-Zeul die Weigerung der Vereinigten Staaten, das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz zu unterschreiben. Hier müsse es ein Bündnis der EU-Länder mit den Entwicklungsländern geben, um Washington zum Einlenken zu bewegen.

Umweltschützer werfen den USA und der Europäischen Union (EU) vor, die Liberalisierung des Handels und die Globalisierung der Wirtschaft auf Kosten der Umwelt und der Armen dieser Welt durchsetzen zu wollen. Sie kritisieren vor allem die USA dafür, dass sie sich gegen die Zusage neuer Finanzmittel oder feste Zeitpläne sträubten.

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki hatte am Sonntag erklärt, das Gipfeltreffen biete die Chance, die „globale Apartheid“ zwischen der mächtigen und reichen Minderheit sowie der armen Mehrheit auf der Erde zu beenden. Mbeki ist von den Delegierten zum Präsident des Gipfeltreffens gewählt worden.

Nach zehn Jahren Bilanz ziehen

Wieczorek-Zeul ist neben Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) Teilnehmerin der Konferenz in Johannesburg. Zehn Jahre nach dem Klimagipfel von Rio de Janeiro wollen dort rund 40.000 Delegierte sowie mehr als hundert Staats- und Regierungschefs Bilanz ziehen und einen neuen Aktionsplan verabschieden. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) reist wie viele seiner Kollegen gegen Ende der Tagung am 2. September an. Der amerikanische Präsident George W. Bush lässt sich von Außenminister Colin Powell vertreten. Rund 10.000 zusätzliche Polizeibeamte sollen das Gipfeltreffen sichern.

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