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Jeri Thompson Willensstark und intelligent

 ·  Die „New York Times“ brachte als erste Zeitung das böse Wort von der „trophy wife“ auf. Seither klebt das Etikett von der „Trophäengattin“ an Jeri Thompson: Sie ist 40, blond, attraktiv - ihr Mann dagegen 65, recht kahl und faltig im Gesicht.

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Es war die „New York Times“, wo man Republikaner nicht mag, die das böse Wort von der „trophy wife“ aufbrachte. Seither klebt das Etikett von der „Trophäengattin“ an Jeri Thompson: Sie ist 40, blond, attraktiv, er 65, recht kahl und faltig im Gesicht. Für ihn ist es die zweite Ehe, für sie die erste, obwohl sie auf manchen Dokumenten auch mit dem Namen ihres Freundes Bernard Alvey unterzeichnet hat. 1985 ließ sich Thompson nach 26 Jahren Ehe von seiner Jugendliebe Sarah Elizabeth scheiden, mit der er drei Kinder hat (eine Tochter starb an einer versehentlich eingenommenen Überdosis Medikamente) und fünf Enkel. Danach war der Rechtsanwalt, Lobbyist und Schauspieler als wiedererweckter Junggeselle aktiv: Es sind verschiedene Liaisonen verbürgt.

Bei einer Party zum Nationalfeiertag am 4. Juli 1996 in Nashville trafen sich Thompson, der damals seit anderthalb Jahren für Tennessee im Senat in Washington saß, und die seinerzeit 29 Jahre alte Jeri Kehn zum ersten Mal. Jeri, die in Naperville bei Chicago aufwuchs, arbeitete nach dem Englisch-Studium bei republikanischen Lobbyfirmen in Washington. Ihrer Karriere in Washington war die Verbindung mit Thompson zuträglich, denn Empfehlungen öffneten ihr sogar die Tür zur Medienabteilung im Hauptquartier der Republikanischen Partei. Im Juni 2002 heirateten Jeri Kehn und Thompson. 2003 und 2006 wurden die beiden Kinder geboren.

Sie weist alle Interviewwünsche zurück

Jeri Thompson soll erheblichen Einfluss auf den Entschluss ihres Mannes gehabt haben, doch noch einmal ins Rennen um ein öffentliches Amt zu gehen. Thompson hatte sich 2002 - auch wegen des Todes seiner Tochter - dagegen entschieden, sich für eine weitere Amtszeit im Senat zu bewerben. Freunde sagen, Jeri Kehn habe Thompson in dieser kritischen Zeit seines Lebens sehr geholfen.

Die Meinungen gehen auseinander, ob es für Thompson und dessen Kandidatur günstig ist, dass seine Frau in seinem Wahlkampf entscheidet. Obwohl der konservative Thompson, der gegen Abtreibung und Homosexuellenehe ist und weitere Steuersenkungen fordert, noch vor der Ankündigung seiner Kandidatur auf gute Umfragewerte kam, hinkte er im Juni beim Spendenaufkommen mit 3,5 Millionen Dollar dem Plansoll von fünf Millionen hinterher. Wahlkampfveteranen haben das Team Thompsons nach „persönlichen Konflikten“ mit Jeri verlassen.

Sie selbst weist alle Interviewwünsche zurück. Es möge ja sein, dass seine Frau so willensstark und intelligent sei, wie Thompson sage. Nur müsse auch die Öffentlichkeit davon noch überzeugt werden, um sich mit ihr als möglicher First Lady anzufreunden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16.09.2007
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