Ali Abdullah Salih ist nach Ben Ali und Mubarak der dritte arabische Staatspräsident, der seines Postens verlustig gegangen ist. Saudi-Arabien, wohin sich Salih zur Behandlung seiner bei einem Anschlag erlittenen Verletzungen begeben hatte, teilte nun mit, der ehemalige Führer des Jemen werde nicht mehr in seine Heimat zurückkehren. Allerdings ließ Salih sofort dementieren: Er komme bald wieder nach Sanaa. Doch Riad will keinen Ärger an seiner südwestlichen Flanke.
Brutale Gewalt gegen demokratische Kräfte
Den gäbe es aber – wohl in Gestalt eines Bürgerkrieges –, wenn Salih zurückkehrte. Die Lage im Jemen ist ohnehin instabil genug, jeden Tag können neue, heftige Kämpfe ausbrechen. Immer deutlicher zeigt sich auch, dass das öl- und deshalb so einflussreiche Saudi-Arabien dabei ist, seine Umgebung in seinem Sinne zu ordnen. In Bahrein trug die Regierung in Riad dazu bei, mit brutaler Gewalt die demokratischen Kräfte des Protests niederzuschlagen. Auch in Oman wollen die Saudis die dortige Ordnung stützen. Riad hat freilich eine Vorstellung von Stabilität, die von der Opposition, soweit sie demokratisch ist, abgelehnt wird.