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Jemen-Krieg : 20 Tote bei Angriff auf Hochzeit

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Kampfflugzeuge des saudischen Bündnisses, dass gegen Houthi-Rebellen kämpft, sollen die Feier zwei Mal bombardiert haben. Eine Bestätigung gab es zunächst nicht.

          Bei einem Luftangriff der saudisch geführten Militärkoalition auf eine Hochzeit im Bürgerkriegsland Jemen sind dem Gesundheitsministerium zufolge mindestens 20 Menschen getötet worden. 40 weitere Personen seien bei dem Angriff am Sonntag nordwestlich der Hauptstadt Sanaa verletzt worden, sagte Sprecher Abdel-Karim al-Kahlani am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

          Bereits am Sonntag hatte medizinisches Personal berichtet, dass Kampfflugzeuge des saudischen Bündnisses zwei Bombardements auf die Feier in der Provinz Hadscha am Roten Meer ausgeführt hätten. Die Militärkoalition in Riad äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.

          Das Gesundheitsministerium wird von den Houthi-Rebellen kontrolliert. Das saudische Bündnis unterstützt die international anerkannte Regierung des Landes in ihrem Kampf gegen die Houthis, die weite Teile im Norden kontrollieren, darunter die Hauptstadt Sanaa. Seit mehr als drei Jahren fliegt die Koalition Angriffe auf Stellungen der Aufständischen.

          Dabei kamen immer wieder auch viele Zivilisten ums Leben, weil Hochzeiten, Trauerfeiern oder Märkte angegriffen wurden. Seit der Eskalation des Konfliktes 2015 sind insgesamt mehr als 10.000 Menschen getötet worden, darunter Tausende Zivilisten.

          Die Bundesregierung unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen. Im ersten Quartal 2018 war Saudi-Arabien trotz der führenden Rolle im Jemen-Krieg Hauptempfängerland für Rüstungsexporte aus Deutschland. Konkret ging es um die Lieferung von acht Patrouillenbooten an das Königreich.

          Union und SPD hatten sich in den Koalitionsverhandlungen auf einen Exportstopp für alle Länder verständigt, die „unmittelbar“ am Jemen-Krieg beteiligt sind. Es wurde aber ein Bestandsschutz für bereits erteilte Vorgenehmigungen in den Koalitionsvertrag eingebaut. In wesentlich größerem Umfang verkaufen die Vereinigten Staaten und Großbritannien Waffen an Riad. Dabei geht es auch um Bomben und Raketen.

          Menschenrechtsorganisationen hatten zudem zuletzt Strafanzeige gegen die italienische Tochterfirma des deutschen Waffenkonzerns Rheinmetall gestellt. Kritisiert werden vor allem Waffenexporte nach Saudi-Arabien. In dem konkreten Fall geht es um die Bombardierung eines Ortes im Nordwesten des Jemen im Oktober 2016. Am Tatort wurden Bombenteile gefunden, die laut Menschenrechtsorganisationen von RWM Italia auf Sardinien produziert worden sein sollen.

          Auch wegen der Luftangriffe auf das bitterarme Land auf der arabischen Halbinsel gilt der Konflikt im Jemen als schwerste humanitäre Krise der Gegenwart. Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen sind vielerorts zerstört. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat mehr als die Hälfte der 28 Millionen Jemeniten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Mehr als 22 Millionen sind laut UN auf humanitäre Hilfe angewiesen. Seuchen wie Cholera und Diphtherie sind ausgebrochen.

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