02.11.2004 · Der schwer kranke Palästinenserpräsident Arafat gibt sich vor der für die Zukunft im Nahen Osten bedeutenden Präsidentenwahl in Amerika neutral. Bush hatte jeden Kontakt zu Arafat abgebrochen.
Von seinem Krankenbett im einem Pariser Militärhospital aus verfolgt auch Jassir Arafat die Präsidentschaftswahl in Amerika mit großem Interesse. Der schwer erkrankte Palästinenserpräsident gibt sich neutral, er sei weder für Amtsinhaber George W. Bush noch für dessen Herausforderer John Kerry, sagte Arafats oberster Wirtschaftsberater Mohammed Raschid am Dienstag in Paris. Arafat werde den Wahlsieger in jedem Falle respektieren und Beziehungen zu ihm unterhalten, betonte Raschid. „Aber er hat gesagt: Ich bin weder für Bush noch für Kerry - ich bin für Gott.“
"Es gibt keinen Politiker in der ganzen Welt, der diese Wahl nicht verfolgt“, sagte Raschid. Arafat habe aber ein besonderes Interesse am Ausgang, „da er wichtige Auswirkungen auf unsere Situation haben wird“. Bush hat die Beziehungen zu Arafat eingefroren; er wirft ihm vor, zu wenig im Kampf gegen den Terrorismus zu tun.
Arafat liegt seit Freitag im Percy-Militärkrankenhaus in Clamart bei Paris, nachdem Ärzte in Ramallah möglicherweise lebensgefährliche Veränderungen seines Blutbildes festgestellt hatten. Am Dienstag berichtete Raschid von einem „verbesserten“ Gesundheitszustand des 75jährigen. Woran Arafat leidet, war zunächst unklar. Ergebnisse der jüngsten Untersuchungen werden für Mittwoch erwartet.