Home
http://www.faz.net/-gpf-3xcn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Israel Scharon will Hintermänner der Kenia-Anschläge jagen

Der israelische Ministerpräsident Scharon hat Vergeltung für die jüngsten Terroranschläge angekündigt.

© dpa Vergrößern Scharon: Freude über Wahlsieg fällt schwer

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hat nach den Anschlägen gegen Landsleute in Kenia angekündigt, die Hintermänner zu jagen und zur Rechenschaft zu ziehen. „Israel wird jene zur Strecke bringen, die das Blut unserer Bürger vergossen haben“, sagte er nach seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden der konservativen Likud-Partei.

Scharon rief die Welt zu einem „kompromisslosen Feldzug“ gegen den Terror auf und warnte die Attentäter und ihre mutmaßlichen Hintermänner davor, sich in Sicherheit zu wiegen: „Unserem langen Arm werden die Angreifer und diejenigen, die sie schickten, nicht entgehen.“ Niemand werde ungeschoren davonkommen.

Mehr zum Thema

„Mitten in einer schwierigen Schlacht“

Die Rede erinnerte an die Reaktion Israels auf die Ermordung von elf israelischen Sportlern durch Palästinenser während der Olympischen Spiele 1972 in München. Damals hatte Israel mit Hilfe seines Auslandsgeheimdienstes Mossad die mutmaßlichen Verantwortlichen aufgespürt und getötet.

Scharon rief die Welt zugleich auf, den Kampf gegen den Terror zu forcieren: „Wir befinden uns mitten in einer schwierigen Schlacht“. Der weltweite Kampf gegen den Terror müsse ein kompromissloser Feldzug werden, der sich gegen alle Terror-Organisationen und jene richte, die Extremisten Zuflucht gewährten.

Unterstützt von Sicherheitsexperten aus Israel fahndeten Kenias Behörden nach Männern arabischen Aussehens, die ein israelisches Flugzeug fast zeitgleich mit den Anschlag auf das Hotel mit Raketen beschossen, aber verfehlt hatten. Zu beiden Anschlägen bekannte sich die bislang unbekannte Gruppe „Armee Palästinas“. Israel begann am Freitagmorgen damit, israelische Touristen aus Kenia auszufliegen.

Bei dem gegen Israelis gerichteten Selbstmordanschlag auf ein Hotel in Kenia waren am Vortag 15 Menschen getötet worden. Als Täter werden radikale Moslems vermutet.

Australien warnte bereits am 12. November vor Anschlag

Die australische Regierung hat bereits zwei Wochen vor dem tödlichen Doppelattentat vor einer Anschlagsgefahr in Mombasa gewarnt. Die Warnung sei am 12. November aufgrund neuer Informationen ausgesprochen worden, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Canberra am Freitag.

Zur Quelle wollte sie sich nicht äußern. Die USA und Großbritannien hatten sich dem damaligen Appell nicht angeschlossen. Die australische Regierung erklärte, auch nach den Anschlägen vom Donnerstag sei die Gefahr neuer Attentate in Kenia weiterhin hoch. Von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen sei abzuraten.

Quelle: Reuters, dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Anschlag auf Nationalmuseum Tunis jagt die Komplizen der Terroristen

Präsident Essebsi kündigt nach dem Anschlag in Tunis einen gnadenlosen Kampf gegen Terror an. Ob ein deutscher Staatsbürger getötet wurde, ist weiterhin unklar. Frankreichs Präsident Hollande bestätigte, dass zwei Landsleute unter den Opfern sind. Mehr

19.03.2015, 05:36 Uhr | Politik
Jerusalem Israel sprengt Haus von palästinensischem Attentäter

Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem, zerstörten israelische Sicherheitskräfte das Haus von einem der mutmaßlichen Drahtzieher. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Mehr

19.11.2014, 13:44 Uhr | Politik
Terror in Tunesien Mitten ins Herz

Der Anschlag von Tunis trifft das Land in einer heiklen Lage - und macht viele politische Fortschritte zunichte. Mit dem Tourismus wurde eine wichtige Geldquelle des wirtschaftlich schwächelnden Landes getroffen. Mehr Von Christoph Ehrhardt

20.03.2015, 09:00 Uhr | Politik
Frauenfußball Turbine Potsdam in Israel

Die Fußballerinnen von Turbine Potsdam sind zu einem Freundschaftspiel gegen die U19-Nationalmannschaft nach Israel gereist. Das Spiel zum 50-jährigen Bestehen der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen sollte zudem das Interesse am Frauenfußball fördern. Mehr

22.01.2015, 14:00 Uhr | Sport
Krieg in Syrien Eine neue Front auf dem Golan

Vier Jahre nach Beginn des Syrien-Konflikts stehen sich auf den Golanhöhen iranische Generäle und Soldaten aus Israel unmittelbar gegenüber – mit unabsehbaren Folgen. Mehr Von Markus Bickel, Beirut

16.03.2015, 16:53 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 29.11.2002, 12:40 Uhr

Insel der großen Verunsicherung

Von Jochen Buchsteiner

Die politischen Erdplatten verschieben sich in Großbritannien. Nach der Wahl in wenigen Wochen erwartet die Briten das bunteste Parlament ihrer Geschichte. Wird das Vereinigte Königreich unberechenbar? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden