http://www.faz.net/-gpf-3xcn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 29.11.2002, 12:40 Uhr

Israel Scharon will Hintermänner der Kenia-Anschläge jagen

Der israelische Ministerpräsident Scharon hat Vergeltung für die jüngsten Terroranschläge angekündigt.

© dpa Scharon: Freude über Wahlsieg fällt schwer

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hat nach den Anschlägen gegen Landsleute in Kenia angekündigt, die Hintermänner zu jagen und zur Rechenschaft zu ziehen. „Israel wird jene zur Strecke bringen, die das Blut unserer Bürger vergossen haben“, sagte er nach seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden der konservativen Likud-Partei.

Scharon rief die Welt zu einem „kompromisslosen Feldzug“ gegen den Terror auf und warnte die Attentäter und ihre mutmaßlichen Hintermänner davor, sich in Sicherheit zu wiegen: „Unserem langen Arm werden die Angreifer und diejenigen, die sie schickten, nicht entgehen.“ Niemand werde ungeschoren davonkommen.

Mehr zum Thema

„Mitten in einer schwierigen Schlacht“

Die Rede erinnerte an die Reaktion Israels auf die Ermordung von elf israelischen Sportlern durch Palästinenser während der Olympischen Spiele 1972 in München. Damals hatte Israel mit Hilfe seines Auslandsgeheimdienstes Mossad die mutmaßlichen Verantwortlichen aufgespürt und getötet.

Scharon rief die Welt zugleich auf, den Kampf gegen den Terror zu forcieren: „Wir befinden uns mitten in einer schwierigen Schlacht“. Der weltweite Kampf gegen den Terror müsse ein kompromissloser Feldzug werden, der sich gegen alle Terror-Organisationen und jene richte, die Extremisten Zuflucht gewährten.

Unterstützt von Sicherheitsexperten aus Israel fahndeten Kenias Behörden nach Männern arabischen Aussehens, die ein israelisches Flugzeug fast zeitgleich mit den Anschlag auf das Hotel mit Raketen beschossen, aber verfehlt hatten. Zu beiden Anschlägen bekannte sich die bislang unbekannte Gruppe „Armee Palästinas“. Israel begann am Freitagmorgen damit, israelische Touristen aus Kenia auszufliegen.

Bei dem gegen Israelis gerichteten Selbstmordanschlag auf ein Hotel in Kenia waren am Vortag 15 Menschen getötet worden. Als Täter werden radikale Moslems vermutet.

Australien warnte bereits am 12. November vor Anschlag

Die australische Regierung hat bereits zwei Wochen vor dem tödlichen Doppelattentat vor einer Anschlagsgefahr in Mombasa gewarnt. Die Warnung sei am 12. November aufgrund neuer Informationen ausgesprochen worden, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Canberra am Freitag.

Zur Quelle wollte sie sich nicht äußern. Die USA und Großbritannien hatten sich dem damaligen Appell nicht angeschlossen. Die australische Regierung erklärte, auch nach den Anschlägen vom Donnerstag sei die Gefahr neuer Attentate in Kenia weiterhin hoch. Von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen sei abzuraten.

Quelle: Reuters, dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
TV-Doku zum Islamismus Der Horror beginnt erst

Wer wissen will, welche Fehler des Westens den islamistischen Terror groß machten, muss den Film Von 9/11 zum Kalifat sehen. Er belegt die kriminell zu nennende Dummheit der Regierung Bush. Mehr Von Michael Hanfeld

30.08.2016, 19:31 Uhr | Feuilleton
Anschlag in Brüssel Bombenexplosion vor Polizeigebäude

Ein Fahrzeug hat Absperrungen vor einem Kriminologischen Institut in Brüssel durchbrochen. Danach wurde ein Sprengsatz in der Nähe der Labore gezündet. Mehr

29.08.2016, 14:52 Uhr | Gesellschaft
Anschlag in Somalia Hotel wird zum dritten Mal Anschlagsziel von Terroristen

Die Terrormiliz Al-Shabaab zerstört das beliebte SYL-Hotel in Somalia und tötet dabei mindestens 20 Menschen. Für das Hotel ist es nicht der erste Terroranschlag. Mehr

30.08.2016, 16:04 Uhr | Politik
Terrorismus in Somalia Mindestens 22 Tote durch Autobombe in Mogadischu

Mindestens 22 Menschen sind in der somalischen Hauptstadt Mogadischu bei einem Anschlag durch die Terrormiliz Al-Shabaab ums Leben gekommen. Die Detonation einer Autobombe war bereits der zweite schwere Anschlag innerhalb einer Woche. Mehr

31.08.2016, 17:24 Uhr | Politik
Ticket-Schwarzhandel in Rio IOC-Mitglied Hickey vorerst aus Haft entlassen

Patrick Hickey ist wieder auf freiem Fuß. Die Untersuchungen gegen das IOC-Mitglied wegen Schwarzmarkthandel von Olympiatickets gehen aber weiter – der Ire darf Brasilien vorerst nicht verlassen. Mehr

30.08.2016, 09:08 Uhr | Sport

Recht im Zirkus

Von Reinhard Müller

Der Bundesjustizminister will die Justiz der Öffentlichkeit näher bringen und Übertragungen von Prozessen ermöglichen. Das wird zu einer Live-Justiz führen – mit Showmastern, Clowns und Opfern. Mehr 27 47

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden