Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Barak und der rechtsgerichtete Oppositionsführer Ariel Scharon vom Likud-Block werden bei der Wahl eines neuen Ministerpräsidenten am 6. Februar als einzige Kandidaten antreten.
Friedensnobelpreisträger Schimon Peres, wie Barak Mitglied der Arbeitspartei und erklärter Gegner des Ministerpräsidenten, scheiterte mit dem Versuch, sich als dritter Kandidat nominieren zu lassen. Am Donnerstagabend lief die Frist für Bewerbungen um eine Kandidatur um Mitternacht ab, ohne dass sich weitere Bewerber meldeten. Ursprünglich hatten mehrere israelisch-arabische Politiker ihr Interesse an einer Kandidatur angemeldet.
Meeretz-Partei versagt Unterstützung
Der 77 Jahre alte Peres scheiterte mit seiner Kandidatur, weil ihm die liberale Meretz-Partei die Unterstützung versagte. Die Partei fürchtete eine Spaltung des Friedenslagers in der Knesset und eine Niederlage gegen die rechte Opposition, die eine harte Linie gegenüber den Palästinensern befürwortet. Der ehemalige Ministerpräsident und Außenminister brauchte nach der israelischen Verfassung die Unterstützung der zehn Meretz-Abgeordneten, da Barak bereits als Kandidat der von ihm geführten Arbeitspartei fest stand. Der Ministerpräsident wird in Israel direkt vom Volk gewählt.
Mehrere am Freitag veröffentlichte Meinungsumfragen bestätigten einen klaren Vorsprung Scharons vor Barak. Nach einer Umfrage der Tageszeitung „Jedioth Achronoth“ liegt der Likud-Politiker zur Zeit mit 49 zu 38 Prozent deutlich vor Barak.