20.03.2009 · Die Organisation Millî Görüs („Nationale Sicht“) wird vom Verfassungsschutz und vom Innenministerium als islamistisch eingestuft. Aber auch die Islamische Gemeinschaft in Deutschland wird verdächtigt, islamistische Organisationen zu unterstützen.
Von Wolfgang Günter LerchZunächst einmal gilt die Unschuldsvermutung; es bedeutet aber schon etwas, wenn die Münchner Staatsanwaltschaft und die Polizei jetzt gegen zwei muslimische Verbände ermitteln und sowohl die Büros als auch die Privaträume der Vorsitzenden durchsuchen lassen. Die Vereinigung Millî Görüs und die Islamische Gemeinschaft in Deutschland werden verdächtigt, sich auf betrügerische Weise Vermögen verschafft zu haben - mit dem Ziel, damit eindeutig islamistische Gruppen in einigen deutschen Städten zu finanzieren.
Bis nach Belgien soll dieses Netz reichen. Millî Görüs („Nationale Sicht“) wird vom Verfassungsschutz und vom Innenministerium als islamistisch eingestuft, wogegen sich die Organisation jedoch wehrt. Die Justiz muss nun klären, ob die Vorwürfe berechtigt sind. Vor allem Millî Görüs kommt immer wieder in die Schlagzeilen. Falls sich der Verdacht erhärten sollte, müssten beide Organisationen die von Innenminister Schäuble einberufene Islamkonferenz sofort verlassen. Eine Vertrauensbasis gäbe es dann nicht mehr.
Herr Buz,
Michael Müller (Michael_Mueller)
- 20.03.2009, 21:12 Uhr